Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

EDV-Gerichtstag - Symposium zur Umsetzung der eIDAS-Verordnung

Anfang 22.06.2017
Ende 22.06.2017
Veranstaltungsort Berlin

Der EDV-Gerichtstag veranstaltet das zweite Symposium zur Umsetzung der eIDAS-Verordnung in Deutschland.

Die EU-Kommission hat bereits 2014 die Verordnung über die "elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/93/EG" (eIDAS-Verordnung) verabschiedet. Die Verordnung ändert das Recht der elektronischen Signatur und der elektronischen Identifizierung und hat weitreichende Konsequenzen für rechtliche Folgefragen (etwa Schriftform, Beweisführung). Daher sind in den nationalen Rechtsordnungen erhebliche Anpassungen erforderlich, die nicht zuletzt für E-Justice und E-Government von erheblicher Bedeutung sind. Der erste Schritt ist mit dem Vertrauensdienstegesetz (Gesetz zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 910/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/93/EG) gemacht worden, das im Juni 2017 verabschiedet werden soll.

Ziel dieser Veranstaltung ist es, über die aktuellen Entwicklungen der rechtlichen und tatsächlichen Umsetzung zu informieren und mit hochrangigen Experten der EU-Kommission, der beteiligten Ministerien, Bundesnetzagentur und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie der betroffenen Wirtschaft zu diskutieren. Dabei werden auch die (rechtspolitischen) Auswirkungen auf deutsche Anwender in Verwaltung und Wirtschaft thematisiert. Neben der Sicht des Gesetzgebers und der Aufsichtsbehörden – insbesondere mit Blick auf das dann voraussichtlich gerade in der letzten Lesung des Bundestags befindlichen Vertrauensdienstegesetzes – werden sowohl die Unternehmens- und Produktsicht als auch die Perspektive der Standardisierung beleuchtet.

Die Bundesnetzagentur erläutert das neue Vertrauensdienstegesetz und die neuen Rechte und Pflichten der Vertrauensdiensteanbieter insbesondere im Bereich der elektronischen Signaturen.
BSI-Vertreter stellen die Anforderungen an die Identifizierung und Authentisierung für qualifizierte Vertrauensdiensteanbieter sowie den aktuellen Stand zur eID-Notifizierung und Auswirkungen auf die deutschen Verwaltungsbehörden bei der weiteren Nutzung von Identifizierungsmethoden auch aus anderen EU-Mitgliedsstaaten dar. Hersteller und Anwender aus dem Umfeld der Vertrauensdienste geben einen Einblick in die Weiterentwicklung des Marktes und ihrer Geschäftsmodelle, insbesondere mit Blick auf Neuigkeiten wie die Einführung von Fernsignaturen und Siegeln, und stellen erste Anwendungen deutscher Vertrauensdiensteanbieter vor. Den Tag rundet ein Beitrag über für die Rechtsverbindlichkeit wesentliche Beweisfragen im Zusammenhang mit Vertrauensdiensten ab.