Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Kompromittierende Abstrahlung

Jedes elektrisch betriebene, datenverarbeitende Gerät sendet elektromagnetische Strahlung aus. Dies gilt somit gleichermaßen für z. B. Analog-Telefone und elektrische Schreibmaschinen wie für elektronisches Gerät aller Art, also u. a. Fotokopierer und Telefax, sowie für alle IT-Geräte wie Bildschirme, Computer, Router etc.; das ist aufgrund fundamentaler physikalischer Gesetzmäßigkeiten unumgänglich.

Für die Wahrung der Vertraulichkeit sind nun jene Anteile der Abstrahlung eines VS-verarbeitenden Geräts als kritisch zu betrachten, welche "klare", also unkryptierte Informationen enthalten. Diese Anteile, aus denen VS-Information rekonstruiert werden kann, bezeichnet man als kompromittierende Abstrahlung. Ob ein potentieller Angreifer daraus verwertbare Information abschöpfen kann, hängt wesentlich von der Intensität der kompromittierenden Abstrahlung am Standort des Angreifers ab.

Eine Abstrahlprüfung ist stets eine Risikoabschätzung, bei der nach bestimmten Kriterien passende Maßnahmen zur Minimierung von Kompromittierungsrisiken ermittelt werden. Diese Kriterien sind im Nationalen Zonenmodell der Abstrahlsicherheit festgehalten, zu dem im Folgenden ein Überblick gegeben wird.