Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 6.103 Redundanzen für die Primärverkabelung

Verantwortlich für Initiierung: Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Leiter IT

Oft sind in größeren Liegenschaften mehrere Gebäude an ein Rechenzentrum, das sich in einem dieser Gebäude befindet, sternförmig angebunden. Es ist zu prüfen, ob zumindest für wichtige Gebäude eine redundante, über unabhängige Trassen geführte primäre IT-Verkabelung geschaffen werden soll.

Ebenso ist zu prüfen, ob die Anschlüsse an IT- oder TK-Provider redundant ausgelegt werden sollen. Um hier eine echte Redundanz zu schaffen, muss mit dem Provider geklärt werden, ob wirklich an unterschiedlichen Orten (Ortsvermittlungsstellen) der Anschluss an ein Carrier-Netz geschaffen wird.

Ob eine redundante Primärverkabelung beziehungsweise eine redundante Anbindung an Provider erforderlich ist, ergibt sich aus den Verfügbarkeitsanforderungen der Institution.

Parallelbetrieb

Innerhalb der Gebäude ist durch den Einsatz geeigneter aktiver Netzkomponenten sicherzustellen, dass die redundanten Leitungen im Betrieb automatisch parallel genutzt werden. So wird gleichzeitig Redundanz geschaffen und die Kapazität erhöht. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich beim Ausfall einer der Leitungen die Übertragungskapazität reduziert. Diese reduzierte Kapazität muss im Notfallvorsorge-Konzept berücksichtigt werden.

Umschaltung

Wenn die eingesetzte Technik oder die über die Verkabelung realisierten Dienste keinen Parallelbetrieb der redundanten Leitungen erlauben, muss bei Störungen der genutzten Leitung auf die jeweilige Ersatzleitung umgeschaltet werden. Diese Umschaltung kann automatisch oder manuell erfolgen.

Wenn kein Parallelbetrieb möglich ist, sollte in sinnvollen Zeitabständen auf die Ersatzleitungen umgeschaltet werden, auch wenn keine tatsächliche Störung vorliegt. Dies dient dazu, die Ersatzleitungen auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Die Prüfintervalle sollten aus den Verfügbarkeitsanforderungen abgeleitet werden.

Überwachung

Redundanzen bei den Kommunikationsverbindungen können in der Regel nur dann das Verfügbarkeitsniveau wirksam steigern, wenn die Funktionsfähigkeit der Verbindungen überwacht wird. Die Überwachung dient dazu, Störungen, Engpässe und sonstige Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen, damit Probleme zeitnah behoben oder sogar vermieden werden können. Ohne Überwachung besteht unter anderem die erhöhte Gefahr, dass Ausfälle von Leitungen nicht erkannt werden und in diesem Fall nur eine scheinbare, aber keine tatsächliche Redundanz besteht.

Prüffragen:

  • Wurde geprüft, ob wegen hohen Verfügbarkeitsanforderungen eine redundante Primärverkabelung beziehungsweise eine redundante Anbindung an Provider erforderlich ist?

  • Findet eine regelmäßig Prüfung der Funktionsfähigkeit der redundanten Verkabelung statt?

Stand: 13. EL Stand 2013