Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 5.4 Dokumentation und Kennzeichnung der Verkabelung

Verantwortlich für Initiierung: Leiter Haustechnik, Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Administrator, Haustechnik

Für die Wartung, Fehlersuche, Instandsetzung und für eine erfolgreiche Überprüfung der Verkabelung ist eine gute Dokumentation und eine eindeutige Kennzeichnung aller zugehörigen Komponenten erforderlich. Die Güte dieser Revisionsdokumentation ist abhängig von der Vollständigkeit, der Aktualität und der Lesbarkeit der Unterlagen. In jedem Fall ist ein Verantwortlicher für die Dokumentation der Verkabelung zu benennen.

Da es mit zunehmender Größe eines Netzes nicht möglich ist, alle Informationen in einem Plan unterzubringen, ist eine Aufteilung der Informationen sinnvoll. Tatsächliche Lageinformationen sind immer in maßstäbliche Pläne einzuzeichnen. Andere Informationen können in Tabellenform oder Schemaplänen geführt werden. Wichtig dabei ist eine eindeutige Zuordnung aller Angaben untereinander. Die Dokumentation sollte somit aus beschreibenden Unterlagen, Listen und Plänen bestehen.

Die beschreibenden Unterlagen, wie z. B. eine Dokumentationsrichtline, enthalten die Informationen über die Abläufe zur Dokumentation, Bezeichnungs- und Kennzeichnungsregelungen. In dieser sollte beispielsweise in allgemeiner Form beschrieben werden, welche Listen und Pläne zu erstellen sind und wie diese auch revisionssicher zu führen sind.

In die Listen- und Bestandspläne sind alle das Netz betreffenden Sachverhalte aufzunehmen. Die Listen sollten unter anderem folgende Informationen enthalten:

  • Liefer- und Komponenteninformationen,
  • genaue Kabeltypen (bei Lichtwellenleiterkabel auch Faserqualität),
  • nutzungsorientierte Kabelkennzeichnung,
  • Standorte von Zentralen und Verteilern mit genauen Bezeichnungen und Zugangsregelungen mit Ansprechpartnern zu den Gebäuden und Räumlichkeiten,
  • Belegungspläne aller Rangierungen und Verteiler,
  • Nutzung aller Leitungen, Nennung der daran angeschlossenen Netzteilnehmer,
  • technische Daten von Anschlusspunkten,
  • Gefahrenpunkte,
  • vorhandene und zu prüfende Schutzmaßnahmen.

Die Bestandspläne bestehen typischerweise aus:

  • Standortübersichten und bemaßten Lageplänen mit der genauen Führung der Trassen und der Primärverkabelung,
  • Gebäudeschnitten als Schemapläne und bemaßten Etagengrundrissplänen mit der genauen Lage und Führung der Verteilerräume, Trassen und Kabel sowie den IT-Anschlüssen pro Raum in z. B. Brüstungskanälen und/oder Bodenauslässen,
  • Technikraumplänen mit Raumlayout, Doppelbodenraster und Schrankpositionierung, Stromverteilung und Potentialausgleichschiene sowie einer vorhandenen Klimatisierung,
  • Schrankansichtsplänen zur lagerichtigen Beschreibung der eingebauten passiven und aktiven Komponenten inklusive der Steckdosenleisten,
  • physikalischen und logischen Verbindungsplänen des Netzes.

Es muss möglich sein, sich anhand dieser Dokumentation einfach und schnell ein genaues Bild über die Verkabelung zu machen.

Um die Aktualität der Dokumentation zu gewährleisten, ist sicherzustellen, dass alle Arbeiten am Netz rechtzeitig und vollständig demjenigen bekannt werden, der die Dokumentation führt. Es ist z. B. denkbar, die Ausgabe von Material, die Vergabe von Fremdaufträgen oder die Freigabe gesicherter Bereiche von der Mitzeichnung dieser Funktion abhängig zu machen.

Da diese Dokumentation schutzwürdige Informationen beinhaltet, ist sie sicher aufzubewahren und der Zugriff zu regeln. Weiterhin sind die Kabel selbst zu kennzeichnen, um die Informationen aus den Bestandsplänen zuordnen zu können. Die Beschriftung der Kabel muss an beiden Enden erfolgen. Im Bedarfsfall kann die Beschriftung auch sich mehrfach wiederholend am Kabel angebracht werden, um es auch bei der Nachverfolgung in der Trasse eindeutig zu identifizieren. Es sind Kennzeichnungsfelder oder Beschriftungsbänder einzusetzen, die manuell oder maschinell dauerhaft lesbar beschriftet werden. Eine Beschriftung mit Folienstift ist häufig nicht ausreichend.

Die Kabel und Leitungen sollten immer so beschriftet oder gekennzeichnet werden, dass daraus lediglich eine Referenzierung in die Dokumentation erfolgen kann. Eine Kennzeichnung, die einen direkten Rückschluss auf die Bedeutung des Kabels oder der Leitung zulässt, ist unbedingt zu vermeiden, soweit dies nicht auf Grund von anderen Regelungen erforderlich ist.

Sinnvollerweise wird bereits bei der Planung von Verkabelungsmaßnahmen in einem solchen Tool mit der Dokumentation begonnen und diese nach der Realisierung vom Planungsstatus in den Produktivstatus übernommen. Auf diesem Wege ist es leichter, die Nutzer der Dokumentation über bevorstehende Änderungen zu informieren und die Dokumentation aktuell zu halten.

Prüffragen:

  • Gibt es einen Verantwortlichen für die Dokumentation der Verkabelung (im Hinblick auf Vollständigkeit, Aktualität und Lesbarkeit)?

  • Existieren Listen- und Bestandspläne mit allen das Netz betreffenden Informationen?

  • Wird sichergestellt, dass alle Arbeiten an der Verkabelung dem verantwortlichen Mitarbeiter für die Dokumentation rechtzeitig und vollständig mitgeteilt werden?

  • Wird die Dokumentation der Verkabelung sicher aufbewahrt und der Zugriff entsprechend geregelt?

  • Werden die Kabel beschriftet, so dass eine Zuordnung der Informationen aus den Bestandsplänen möglich ist?

Stand: 13. EL Stand 2013

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK