Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 5.1 Entfernen oder Deaktivieren nicht benötigter Leitungen

Verantwortlich für Initiierung: Leiter Haustechnik

Verantwortlich für Umsetzung: Administrator, Haustechnik

Nicht benötigte Leitungen sind solche Leitungen, die für die Funktion des Gebäudes aufgrund von Nutzungsänderungen oder Modernisierungsmaßnahmen nicht mehr erforderlich sind. Diese Leitungen sollten grundsätzlich vollständig entfernt werden, um die Brandlasten im Gebäude auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken und um die vorhandenen Trassen nur im erforderlichen Rahmen zu befüllen. Bei der Entfernung von Leitungen ist darauf zu achten, dass die Brandschottungen nach der Entfernung der Kabel wieder fachgerecht verschlossen werden.

Welche Leitungen nicht mehr benötigt werden, darf erst nach sorgfältiger Prüfung durch die zuständige Organisationseinheit entschieden werden. Die Entscheidung ist zu dokumentieren.

Werden die Änderungen der Verkabelungsinfrastruktur parallel zum Dienstbetrieb durchgeführt, sind die Maßnahmen organisatorisch so zu unterstützen, dass die Beeinträchtigungen des Dienstbetriebes auf ein Minimum reduziert werden. Dazu müssen gegebenenfalls auch Wochenend- und Nachtarbeiten eingeplant werden. Wenn in den vorhandenen Trassen nicht genug Platz für die alten und neuen Kabel ist, so sind neue Trassen für die neuen Kabel zu installieren, um die Umschaltzeit von der noch immer betriebenen alten Infrastruktur auf die neue Infrastruktur so kurz wie möglich zu gestalten.

Trassen und Kabel, die mit der vorhandenen Technik sinnvoll als Reserve weiter genutzt werden können, sind in einem betriebsfähigen Zustand zu erhalten.

Nicht mehr benötigte Rangierungen und Patchungen in Verteilern sind zurück zu bauen und in der Dokumentation zu löschen.

Auch Kabel, die nicht mehr benötigt werden, sind möglichst zu entfernen. Falls das nicht möglich ist, weil die Kabel z. B. unter Putz verlegt wurden, müssen sie durch Kurzschließen deaktiviert und gesichert werden.

In der Betriebsdokumentation sind alle Änderungen revisionsfähig zu dokumentieren.

Es empfiehlt sich, in sinnvollen Zeitabständen und in jedem Fall nach Leitungsarbeiten die Änderungen fachkundig zu prüfen. Diese Prüfungen sind zu protokollieren.

Prüffragen:

  • Sind nicht mehr benötigte Leitungen grundsätzlich entfernt worden, um Brandlasten zu vermeiden?

  • Wird bei der Entfernung der Kabel darauf geachtet, die Brandschotts wieder ordnungsgemäß zu verschließen?

  • Erfolgt die Entscheidung zur Entfernung von Kabeln erst nach Prüfung durch die zuständige Organisationseinheit?

  • Sind alle Änderungen der Verkabelung in den Betriebsdokumenten revisionssicher dokumentiert?

Stand: 13. EL Stand 2013