Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 2.473 Auswahl von TK-Diensteanbietern

Verantwortlich für Initiierung: IT-Sicherheitsbeauftragter, Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: TK-Anlagen-Verantwortlicher, Administrator, Leiter IT

Fast immer ist es nötig, dass die Anwender mit anderen Personen telefonieren können, deren TK -Endgeräte nicht an der eigenen TK-Anlage angeschlossen. Beispiele hierfür sind

Um mit Personen telefonieren zu können, die nicht an der institutionseigenen TK-Anlage angeschlossen sind (beispielsweise Endgeräte in anderen Standorten der Institution, Mobiltelefone und externe Gesprächspartner), muss die TK-Anlage über eine Teilnehmeranschlussleitung (TAL, auch "letzte Meile") an das PSTN (Public Switched Telephone Network) angeschlossen werden. Hierfür muss ein TK-Diensteanbieter ("Service Provider") beauftragt werden.

Der TK-Diensteanbieter stellt die physische Verbindung zwischen der TK-Anlage der Institution und dem PSTN bereit, und regelt auch den Anschluss an das PSTN. Eine Ausnahme bilden IP -Anlagenanschlüsse, bei denen ausschließlich Internetverbindungen genutzt werden und der Anschluss an das PSTN komplett beim TK-Diensteanbieter liegt. Da die externen TK-Verbindungen über den TK-Diensteanbieter übermittelt werden, ist die Auswahl des Anbieters, der bereitgestellten Dienste und die Anzahl der gleichzeitig nutzbaren Verbindungen wichtig.

Für die Auswahl können folgende Anforderungen berücksichtigt werden:

  • Anschlussart
    Soll die TK-Anlage mit einem oder mehreren ISDN -Basisanschlüssen oder S2m-Primärmultiplexanschlüssen an das PSTN angeschlossen werden? Ist ein IP-Anlagenanschluss möglich?
  • Standortvernetzung
    Wie werden die TK-Anlagen unterschiedlicher Standorte verbunden?
  • Referenzinstallationen bzw. -kunden
    Hat der TK-Diensteanbieter Erfahrungen mit Institutionen, deren Anforderungen sich mit den eigenen Anforderungen decken?
  • Größe und Qualität des Serviceteams
    Wie schnell können die Techniker vor Ort sein? Welche Reaktionszeit garantiert der Anbieter?
  • Hardware
    Wird zusätzliche Hardware beim Kunden benötigt? Kann diese gekauft oder gemietet werden? Welche Outsourcing- und Service-Verträge gibt es?
  • Kapazität
    Kann der Anbieter nachweislich die geforderte Anzahl an ausgehenden Leitungen bereitstellen?
  • Redundante Leitungen
    Kann die TK-Anlage für einen hohen Schutzbedarf bezüglich der Verfügbarkeit redundant über mehrere physisch unabhängige Leitungen und Trassen an das PSTN angebunden werden?

Neben den Sicherheitsaspekten, sollten auch vertragliche und finanzielle Aspekte berücksichtigt werden:

  • Vertragliche Bindung an den Anbieter
    Wie lange ist der Kunde an den Anbieter gebunden? Wie lange sind die Kündigungsfristen? Kann zu einem späteren Zeitpunkt problemlos zu einem anderen Anbieter gewechselt werden?
  • Flexibilität und Bereitschaft
    Hat der TK-Diensteanbieter in der Vergangenheit regelmäßig neue Produkte, Serviceideen und Tarife eingeführt? Wird dem Kunden ermöglicht, einzelne Produkte oder Dienste nacheinander einzuführen?
  • Tarifmodelle
    Gibt es Tarifmodelle die dem Nutzungsverhalten der Institution entgegenkommen, wie beispielsweise Festpreise ("Flatrate") oder gestaffelte Preise? Gibt es spezielle Tarifoptionen für günstige Auslandsgespräche, wenn oft mit Gesprächspartnern im Ausland telefoniert werden soll? Mit welcher Taktung werden die Gespräche abgerechnet (sekunden- oder minutengenau)?

Alle vereinbarten Leistungen müssen genau und eindeutig schriftlich festgehalten werden.

Prüffragen:

  • Sind alle Vereinbarungen mit TK -Dienstleistern schriftlich fixiert?

Stand: 12. EL Stand 2011