Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 2.445 Auswahl geeigneter Hardware für Virtualisierungsumgebungen

Verantwortlich für Initiierung: Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Leiter Beschaffung

Die gängigen Betriebssystem- und Servervirtualisierungslösungen haben individuelle Anforderungen an die zugrunde liegende Hardwarearchitektur bzw. die Ausstattung des Virtualisierungsservers mit Hardwarekomponenten wie Netzschnittstellen oder Massenspeicherkarten. Diese Anforderungen müssen bei der Beschaffung von Serversystemen bedacht werden, wenn diese als Virtualisierungsserver eingesetzt werden sollen. Für die unterschiedlichen Arten der Virtualisierung (Betriebssystem-, hypervisorbasierte und hostbasierte Servervirtualisierung) bestehen einige grundsätzliche Unterschiede in den Hardwareanforderungen. Diese sind im Folgenden dargestellt.

Anforderungen von Betriebssystemvirtualisierung und hostbasierter Servervirtualisierung

Systeme zur Betriebssystemvirtualisierung und so genannte hostbasierte Servervirtualisierungslösungen können meist auf eine umfangreiche Treiberunterstützung des Basisbetriebssystems, auf dem sie installiert werden, zurückgreifen. Ein Beispiel für eine Betriebssystemvirtualisierung ist Sun Solaris Zones, die in das Betriebssystem Solaris integriert ist. Hostbasierte Servervirtualisierungen sind beispielsweise Microsoft Virtual PC, Sun VirtualBox, oder VMware Server, die wie ein herkömmlicher Dienst auf einem kompatiblen Betriebssystem installiert werden können. In der Regel kann jede Hardwarekomponente (Netzschnittstellen, SCSI-Controller und ähnliches) verwendet werden, die vom gewählten Betriebssystem unterstützt wird. Üblicherweise ist in solchen Fällen eine Vielzahl an Komponenten nutzbar.

Anforderungen von Hypervisorprodukten

Erheblich strengere Anforderungen an die Auswahl der in Kombination mit der Virtualisierungslösung einzusetzenden Hardwarekomponenten werden jedoch durch die Hypervisorprodukte gestellt. Hier sind z. B. Microsoft Hyper-V, VMware ESX oder XEN zu nennen. Diese stellen ein auf für die Virtualisierung reduziertes Betriebssystem dar und haben meist eine eingeschränkte Hardwareunterstützung beziehungsweise Treiberausstattung oder besondere Hardwareanforderungen an den verwendeten Prozessor. Z. B. kann die Virtualisierungslösung XEN nur dann ohne Einschränkungen genutzt werden, wenn der Prozessor Virtualisierungsfunktionen enthält (Intel VT, AMD-V). Gleiches gilt für Microsoft Hyper-V.

Unabhängig von der Wahl der zu nutzenden Virtualisierungslösung sind Kompatibilitäten bei der Planung der Virtualisierungsumgebung vorab zu prüfen. Untersucht werden muss bei Betriebssystemvirtualisierungslösungen und hostbasierten Servervirtualisierungslösungen die Lauffähigkeit der Virtualisierungssoftware unter dem entsprechenden Betriebssystem mit der gewählten Hardware.

Auswahl der Hardware

Als Hardwareplattform für die Virtualisierungslösung sind geeignete physische Server auszuwählen. Die Hersteller der Virtualisierungslösungen veröffentlichen in regelmäßigen Abständen aktualisierte Kompatibilitätslisten, die bestimmte Hardwarekonfigurationen als tauglich für ihr Produkt zertifizieren, also eine Gewähr für die Eignung der Hardware geben. Solche Listen sollten bei der Wahl der Hardware berücksichtigt werden, vor allem, wenn diese im Produktivbetrieb eingesetzt werden sollen.

Zudem werden die in Wartungsverträgen für die Virtualisierungssoftware vereinbarten Unterstützungsleistungen und Garantien häufig nicht oder nur eingeschränkt gewährt, wenn die verwendete Hardware vom Hersteller nicht zertifiziert ist. Bei bereits produktiv eingesetzten und problemlos funktionierenden Umgebungen ist zu prüfen, inwieweit der Hersteller Support für sein Virtualisierungsprodukt auch mit der vorhandenen Hardware gewährt, auch wenn diese nicht zertifiziert ist.

Prüffragen:

  • Wurde die Kompatibilität der Virtualisierungslösung zur verwendeten Hardware überprüft?

  • Ist sichergestellt, dass der Hersteller der eingesetzten Virtualisierungslösung Support für die betriebene physische Hardware gewährt?

Stand: 13. EL Stand 2013

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