Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 2.257 Überwachung der Speicherressourcen von Archivmedien

Verantwortlich für Initiierung: Archivverwalter, Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Administrator, Archivverwalter, Leiter IT

Die auf den Archivmedien vorhandene, freie Speicherkapazität ist kontinuierlich zu überwachen. Wenn die freie Speicherkapazität unter einen festzulegenden Schwellwert sinkt, sollte eine Benachrichtigung des Administrators sowie gegebenenfalls eine Signalisierung an eine Systemmanagement-Umgebung erfolgen. Sinkt die freie Speicherkapazität weiter unter einen kritischen Grenzwert, sollte eine Alarmierung ausgelöst werden. Bei der Alarmierung ist besonders darauf zu achten, dass sie rollenbezogen erfolgt, das heißt unabhängig von konkreten Personen. Damit ist sichergestellt, dass auch im Krankheitsfall oder bei Urlaub Alarmierungen wahrgenommen werden.

Der Schwellwert, der kritische Grenzwert sowie die Eskalationsprozeduren und -wege sind organisationsspezifisch festzulegen.

Für die Festlegung der Grenzwerte müssen die verwendeten Archivmedien und das durchschnittliche Volumen der zu archivierenden Daten zugrunde gelegt werden. Nach Auslösen des kritischen Alarms muss gewährleistet sein, dass für eine hinreichende Zeit weiterhin das durchschnittliche Datenaufkommen archiviert werden kann. Typischerweise wird für den Schwellwert eine Restkapazität von 15% der Gesamtkapazität des Speichermediums und für den kritischen Grenzwert eine Restkapazität von 10% zugrunde gelegt.

Um etwaige Lieferengpässe bei Speichermedien zu überbrücken, sollte eine ausreichende Zahl leerer Archivmedien an einem bekannten Ort gelagert werden. Dabei müssen die klimatischen und physikalischen Lagerbedingungen eingehalten werden (siehe M 1.60 Geeignete Lagerung von Archivmedien ).

Für den Fall der Alarmierung ist zu dokumentieren, in welcher Weise und in welchem Zeitraum eine Reaktion auf die Alarme erfolgen soll. Dies ist z. B. in Service Level Agreements (SLAs) festzulegen, falls der Betrieb des Archivsystems durch Dritte erfolgt.

Neben dem Speicherplatz müssen ggf. noch betriebssystem- oder anwendungsspezifische Restriktionen überwacht werden. Die entsprechenden Programmdokumentationen müssen daraufhin geprüft werden. In Zweifelsfällen oder bei fehlenden Angaben in der Dokumentation sollte der jeweilige Hersteller zu Rate gezogen werden. Beispielsweise können die Anzahl der maximal zugelassenen Dateien pro Verzeichnis oder die maximal erlaubten Datenbankeinträge überschritten werden, so dass keine weiteren Daten auf dem Speichermedium angelegt werden können.

Prüffragen:

  • Wird der freie Speicherplatz des Archivsystems kontinuierlich überwacht?

  • Erfolgt eine rollenbezogene Alarmierung bei Unterschreiten von Grenzwerten der freien Speicherkapazität von Archivmedien?

  • Werden genügend leere Archivmedien an einem bekannten Ort ordnungsgemäß gelagert?

Stand: 13. EL Stand 2013

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