Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 2.189 Sperrung des Mobiltelefons bei Verlust

Verantwortlich für Initiierung: Benutzer, IT-Sicherheitsbeauftragter, Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Benutzer

Bei Verlust der SIM -Karte bzw. des Mobiltelefons trägt der Inhaber der SIM -Karte die Kosten für eine missbräuchliche Nutzung des Mobiltelefonanschlusses. Daher sollte die SIM -Karte beim Netzbetreiber sofort gesperrt werden, um einen eventuellen Missbrauch, und damit einen zusätzlichen finanziellen Schaden, abzuwehren.

Darüber hinaus sollte die PIN -Abfrage der SIM -Karte stets aktiviert sein (siehe M 4.114 Nutzung der Sicherheitsmechanismen von Mobiltelefonen ). Bei einem Diebstahl oder Verlust verhindert dies, dass die SIM -Karte von einem Unbefugten benutzt oder ausgewertet werden kann. Bei deaktivierter SIM PIN kann ein nicht legitimierter Nutzer die SIM PIN aktivieren oder die SIM durch mehrfache Falscheingaben unbrauchbar machen. Die PIN wird allerdings nur abgefragt, wenn das Mobiltelefon eingeschaltet wird (Power On). Wird ein eingeschaltetes Mobiltelefon gestohlen, kann hiermit zumindest solange missbräuchlich telefoniert werden, bis der Akku leer ist.

Für Smartphones gibt es auf dem Markt Software zum Diebstahlschutz, die es erlaubt, das Mobiltelefon per GPS -Empfänger oder Mobilfunkzellen zu orten, die Daten auf dem Gerät zu löschen oder das Gerät vollständig zu sperren. Gegebenenfalls können sogar automatisierte Nachrichten an den IT -Betrieb über die Sperrung oder den Aufenthaltsort eines Gerätes versandt werden, wenn beispielsweise die SIM -Karte ausgetauscht wurde. Viele dieser Programme gestatten es auch Nachrichten an das Telefon zu senden oder aktivieren lediglich eine Displayanzeige, die den Finder bitten, die Telefonnummer des IT -Betriebs anzurufen oder das Gerät an einer bestimmten Adresse abzugeben. Die Anschaffung einer solchen Software kann sich schnell bezahlt machen, wenn ein verloren gegangenes Smartphone schneller zurückgegeben werden kann und die Daten besser vor Dieben geschützt sind. Auf der anderen Seite muss permanent das GPS aktiviert und eine Mobilfunk-Verbindung aufgebaut sein. Dies kann zu einem erhöhen Akkuverbrauch führen, zusätzlichen kann die notwendige Geräteortung durch Dritte missbraucht werden (siehe M 5.78 Schutz vor Erstellen von Bewegungsprofilen bei der Mobiltelefon-Nutzung und M 4.115 Sicherstellung der Energieversorgung von Mobiltelefonen ).

Um rechtzeitig zu bemerken, dass die SIM -Karte womöglich missbräuchlich genutzt wurde, sollte der Einzelverbindungsnachweis immer auf unerklärliche Gebühren und Zielrufnummern überprüft werden.

Alle Daten, die für die Sperrung der SIM -Karte bzw. des Mobiltelefons benötigt werden, sollten griffbereit, aber getrennt vom Mobiltelefon aufbewahrt werden. Das sind

  • die Rufnummer des Mobilfunkanschlusses sowie die zugehörige SIM -Kartennummer,
  • die Seriennummer des Mobiltelefons ( GSM - USSD -Code *#06#),
  • die Servicenummer des Netzbetreibers, unter der der Sperrwunsch gemeldet werden kann sowie
  • das Servicenummer-Passwort und die Kundennummer, also die Daten, die für die Authentikation gegenüber dem Netzbetreiber benötigt werden.

Prüffragen:

  • Ist sichergestellt, dass Mobiltelefone nach einem Verlust zeitnah gesperrt werden?

  • Sind alle notwendigen Informationen für die Sperrung eines Mobiltelefons bei einem Verlust jederzeit griffbereit?

Stand: 14. EL Stand 2014