Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.68 Fachgerechte Installation

Verantwortlich für Initiierung: Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Leiter IT

Die Installationsarbeiten der IT-Verkabelung erfordern besondere Fachkunde und Sorgfalt. Sofern Hersteller von Kabeln und passiven Komponenten Gewährleistungen anbieten, die über gesetzliche Mindestgrenzen hinaus gehen, erfolgt dies oft nur unter der Voraussetzung, dass ein Unternehmen mit bestätigter Qualifikation die Installation vornimmt.

Die entscheidenden Kriterien für eine fachgerechte Ausführung der IT-Verkabelung sollten vom Auftraggeber in allen Phasen überprüft werden.

Zunächst ist bei Anlieferung des Materials zu prüfen, ob die richtigen Kabel und Anschlusskomponenten geliefert wurden. Zueinander passende Kategorien von Kabeln und Anschlusskomponenten (z. B. Schirmung) sind dabei der erste Prüfschritt.

Wenn die gelieferten Kabel und zugehöriges Material nicht unmittelbar eingebaut werden, so ist eine angemessene Lagerung sicherzustellen. Der Lagerort muss trocken und vor starken klimatischen Einflüssen geschützt sein.

Es wird empfohlen, das eingelagerte Material in der Originalverpackung zu belassen, bis es installiert wird.

Bei der Verlegung von IT-Kabeln sollte besondere Sorgfalt darauf gelegt werden, dass die Montage keine Beschädigungen hervorruft und dass die Kabelwege so gewählt sind, dass Beschädigungen der verlegten Kabel durch die normale Nutzung des Gebäudes ausgeschlossen sind.

Zudem ist generell darauf zu achten, dass IT-Kabel getrennt von der elektrotechnischen Verkabelung geführt werden. Schon Trennstege auf gemeinsam genutzten Trassen helfen meist, Beeinflussungen des IT-Kabels durch Stromkabel zu verhindern.

Bei der Verlegung müssen schützende Maßnahmen und Belastungsgrenzen beachtet werden:

  • Vor der Verlegung müssen Mauerdurchbrüche und vergleichbare Durchgänge entgratet und gerundet werden, um beim Einziehen und Befestigen eine mechanische Beschädigung der Kabelummantelung zu vermeiden.
  • Der Mindest-Biegeradius für Verlegung und Betrieb darf nicht unterschritten werden. Falls dieser nicht auf dem Kabel vermerkt ist, gilt nach EN 50173, dass der geringst zulässige Biegeradius nicht kleiner als der 8-fache Außendurchmesser des Kabels sein darf. Entsprechend ist sicherzustellen, dass Biegungen in Kabelkanälen und Kabeltrassen den zulässigen Biegeradien entsprechen.
  • Gegebenenfalls gibt der Hersteller in Datenblätter zu den Kabeln typspezifisch zwei Biegeradien an: der angegebene Biegeradius mit dem größeren Wert gilt als maximale Biegebelastung für das Einziehen der Kabel. Der kleinere Wert gilt für das fertig verlegte Kabel.
  • Ebenfalls ist dem Datenblatt die maximale Zugbelastung des Kabeltyps zu entnehmen.
  • Beim Kabeleinzug dürfen nur geeignete Schmiermittel als Einzugshilfe verwendet werden. Generell sind öl- und fettfreie Schmiermittel (z. B. Talkum) einzusetzen.
  • Bei der Befestigung der Kabel auf Kabeltrassen mit Kabelbindern oder Kabelschellen dürfen die Kabel keinesfalls gequetscht werden.

Kabel sollten unter Putz, in Kabelkanälen oder auf Kabeltrassen verlegt werden. Die offene Verlegung von Kabeln ist durchaus zulässig, es ist aber sicherzustellen, dass keine Beschädigung des Kabels etwa durch Überfahren von Kabeln mit Büromöbeln oder Transportgeräten auftreten kann.

Prüffragen:

  • Ist die IT -Verkabelung unter Einhaltung der gültigen Normen sowie der Herstellervorgaben fachgerecht installiert?

Stand: 13. EL Stand 2013