Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.65 Erneuerung der IT-Verkabelung

Verantwortlich für Initiierung: Planer, Leiter Haustechnik, Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Haustechnik

Die schnelle Weiterentwicklung der Informationstechnik und insbesondere die Anforderungen, die durch neue IT-Anwendungen gestellt werden, führen in Gebäuden, die eine ältere IT-Verkabelung aufweisen, oft zu Überlegungen, den Bestand der IT-Verkabelung zu modernisieren oder gänzlich zu erneuern.

Der Aufwand, die vorhandene IT-Verkabelung durch eine komplett neue Sekundär- und Tertiärverkabelung zu ersetzen, darf nicht unterschätzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass bereits nach einer ersten Betrachtung des finanziellen und organisatorischen Aufwands eines umfassenden Modernisierungsprojekts meist beschlossen wird, dass eine existierende IT-Verkabelung so lange wie möglich genutzt werden sollte.

Eine umfassende Erneuerung der IT-Verkabelung sollte nur in Angriff genommen werden, wenn als gesichert anzunehmen ist, dass die geschäftlichen Abläufe der Institution mit der vorhandenen IT-Verkabelung nicht mehr ausreichend unterstützt werden. Deutliche Anzeichen, dass sich die vorhandene IT-Verkabelung nicht mehr nutzen lässt, sind beispielsweise folgende:

  • Nachverkabelungen, die zum Anschluss weiterer Benutzer benötigt werden, führen zu ständigen Störungen des Netzbetriebes.
  • Das vorhandene Netz leidet unter häufigen Netzausfällen, z. B. durch Kurzschlüsse in einem Token Ring oder Loop-Bildungen durch Wackelkontakte auf IBM IVS Typ-1 Ethernet-Kabeln.
  • Die vorhandene Verkabelung kann den Kapazitätsanforderungen nicht mehr standhalten, weil z. B. ganze Etagen über IBM IVS Typ-1 Verkabelung, also mit einer maximalen Übetragungsrate von 10 Mbit/sec, angebunden sind.

Wenn die IT-Verkabelung erneuert werden soll, sind alle Planungsschritte wie bei einer Ersterrichtung durchzuführen (siehe M 2.395 Anforderungsanalyse für die IT-Verkabelung ). Auch hier stehen die Anforderungsanalyse und die Abschätzung der Bedarfsentwicklung am Anfang.

Zu beachten ist, dass beim Austausch alter Typ-1 Verkabelungen besonders im Tertiärbereich zu prüfen ist, ob die Kabelwege auch mit neuer Verkabelung unverändert möglich bleiben. Da Typ-1 Kabel eine maximale Kabellänge von 150 Metern erlauben, kann es nötig sein, zusätzliche Etagenverteiler an geeigneter Stelle zu installieren, um die Begrenzung von Kabeln der Kategorie 5 oder höher auf eine Verbindungslänge von maximal 100 Metern zu beachten. Dabei berechnet sich die Verbindungslänge aus der Länge des Tertiärkabels plus der Länge der Patchkabel.

Wenn ein leerstehendes Gebäude modernisiert wird, kann für die Migration eine reine Technikplanung vorgenommen werden. Bei Gebäuden, die beispielsweise als Büro- und nicht nur als Lagergebäude genutzt werden, ist für die Migration der vorhandenen IT-Verkabelung auf eine aktuelle Verkabelungstechnik auch eine Modernisierungsplanung vorzunehmen.

Sie muss vorgeben, wie eine neue IT-Verkabelung im laufenden Geschäftsbetrieb so vorgenommen werden kann, dass der Geschäftsbetrieb möglichst wenig gestört wird.

Prüffragen:

  • Bei Verwendung vorhandener Kabelwege: Sind die Verbindungslängen auch für die neue Verkabelung erlaubt?

Stand: 13. EL Stand 2013