Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.62 Brandschutz von Patchfeldern

Verantwortlich für Initiierung: Brandschutzbeauftragter

Verantwortlich für Umsetzung: Brandschutzbeauftragter, Haustechnik, Planer

Sowohl die internen Leitungen des Hausnetzes als auch die externen des öffentlichen Netzes laufen auf Leitungsverteilern oder Patchfeldern auf, von denen aus sie über Anschlussleitungen mit Servern, Routern, etc. verbunden sind.

Häufig sind in kleineren Standorten Verteiler und aktive Komponenten (Server, Router, etc.) in einem Raum stationiert. Um zu verhindern, dass die Leitungsverteiler und Patchfelder durch einen Brand der aktiven IT beschädigt werden, sind sie mit einem geeigneten Brandschutz gegenüber der aktiven IT abzuschotten.

Sind Möglichkeiten und Einrichtungen vorhanden, um einen Brand frühzeitig zu erkennen und zu löschen (Objekt- oder Raumlöschung), kann eine E-30-Schottung (nach DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen) ausreichend sein. Sind solche Einrichtungen nicht vorhanden und sieht das Brandschutzkonzept ausschließlich die Löschung durch hilfeleistende Kräfte (eigenes Personal, Feuerwehr) vor, ist eine E-90-Schottung dringend zu empfehlen.

Sind die Leitungsverteiler und Patchfelder einerseits in einem Raum für technische Infrastruktur (siehe B 2.6 Raum für technische Infrastruktur ) und die Server, Router, etc. andererseits in einem Serverraum (siehe B 2.4 Serverraum ) sauber voneinander getrennt untergebracht, kann die entsprechende Abschottung durch geeignete Maßnahmen im Baukörper realisiert werden.

Wenn keine getrennten Räume genutzt werden können und die Leitungsverteiler und Patchfelder im Serverraum angeordnet werden müssen, besteht die Möglichkeit, diese in geeigneten Wand- oder Standverteilern mit dem erforderlichen Funktionserhalt (E-30 oder E-90) anzuordnen. Dabei ist aber besonders darauf zu achten, dass auch alle von außen kommenden Zuleitungen aus dem Haus- und dem öffentlichen Netz innerhalb des Raums in gleicher Weise (z. B. durch geeignete Kabelkanäle) gegen Brand geschützt werden.

Bei beiden Lösungen ist darauf zu achten, dass die Durchführung der Anschlussleitungen von den Leitungsverteilern und Patchfeldern zu den IT-Geräten durch die Brandschutzkonstruktion zu jeder Zeit mit geeigneten Brandschutzmitteln verschlossen ist. Wegen der Notwendigkeit, einfach und rasch an diesen Durchführungen arbeiten zu können, ohne den Brandschutz jedes Mal aufwändig wiederherstellen zu müssen, empfehlen sich hierfür (bei häufigen Arbeiten) Brandschutzkissen oder (bei selteneren Arbeiten) Pressschotts. Verwendete Brandschutzkissen müssen gegen Herausfallen gesichert werden.

Prüffragen:

  • Ist bei den Leitungsverteilern und Patchfeldern sowie bei den Zuführungsleitungen ein ausreichender Brandschutz vorhanden?

  • Stimmt der gewählte und realisierte Funktionserhalt (E-30 oder E-90) mit den vorhandenen Möglichkeiten der Brandmeldung und -löschung überein?

  • Werden die Durchführungen nach Arbeiten im Bereich der Rangierung wieder ordnungsgemäß verschlossen?

  • Werden gegebenenfalls verwendete Brandschutzkissen gegen Herausfallen gesichert?

Stand: 13. EL Stand 2013