Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.54 Brandfrühesterkennung / Löschtechnik

Verantwortlich für Initiierung: Behörden-/Unternehmensleitung

Verantwortlich für Umsetzung: Planer

Um Brände in IT-Anlagen bereits in einem sehr frühen Stadium erkennen zu können, ist der Einsatz einer Anlage zur Brandfrühesterkennung zu erwägen. Typischerweise detektieren solche Anlagen in Form eines Rauchansaug- und Analysesystems im Umluftstrom der Klimatisierung bereits wenige und feinste Rauchpartikel.

Auch für die Überwachung von einzelnen IT-Systemen kann eine objektbezogene Überwachung durch sogenannte Multidetektoren vorgenommen werden. In Ergänzung der konventionellen Brandmeldetechnik (geometrische Raumüberwachung) stellt die Objektüberwachung (also die Überwachung innerhalb einzelner IT-Komponenten) eine zusätzliche Melderebene dar. Diese Multidetektoren können sowohl für eine objektbezogene Löschung als auch für die Abschaltung der Stützenergie des betroffenen Gerätes herangezogen werden.

Bei entstehenden Bränden kann bereits das Wegschalten der elektrischen Energie ausreichend sein, um den Brand zu verzögern oder zu beenden.

Wenn eine zusätzliche Löschung als notwendig anzusehen ist, bietet es sich aus Kosten- und Personenschutz-Gründen an, nur einzelne Objekte (z. B. 19 Zoll Schränke) mit Löschgasen individuell abzusichern. Die Objektschutzanlagen sollten sich an einschlägigen Standards wie der VdS-Richtlinie 2304 bezüglich Planung, Brandmeldung, Löschung orientieren sowie an den Einbauhinweisen der Hersteller und deren Vorgaben für den Betrieb und die Instandhaltung.

Für die Raumüberwachung im IT-Bereich eignet sich die Installation von optischen Rauchmeldern. Auch der Doppelboden sollte durch ebensolche Rauchmelder überwacht werden.

Bestehen besondere Anforderungen an die Verfügbarkeit eines Rechenzentrums bzw. Serverraums oder beinhalten diese besonders hochwertige oder schwer nachzubeschaffende IT-Komponenten, ist der Einsatz einer automatischen Löschanlage mit Inertgasen (Kohlendioxid, Inergen, Argon, Stickstoff, FM 200, etc.) zu erwägen.

Der Erstickungseffekt für Flammen gilt ebenso für Menschen, wenn sauerstoff-verdrängende Löschgase eingesetzt werden. So besteht bei einer Kohlendioxid-Konzentration von mehr als 8 Volumenprozent akute Lebensgefahr. Daher fordern in der Bundesrepublik Deutschland die berufsgenossenschaftlichen Richtlinien (BGR 134 Einsatz von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen) den Einsatz von Alarmierungs- und Verzögerungseinrichtungen, "für Löschanlagen, bei denen die kritischen Konzentrationen, von denen an eine Gefährdung von Personen besteht, über- bzw. unterschritten werden, z. B. bei Konzentrationen von mehr als 5 Volumenprozent CO2 oder weniger als 10 Volumenprozent Sauerstoff", um rechtzeitig Personen aus dem Löschbereich evakuieren zu können.

Die Planung einer Löschgasanlage sollte grundsätzlich nur durch einen Fachplaner erfolgen.

Prüffragen:

  • Wird sichergestellt, dass Brände so früh wie möglich erkannt werden?

Stand: 11. EL Stand 2009

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