Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.53 Videoüberwachung

Verantwortlich für Initiierung: Behörden-/Unternehmensleitung

Verantwortlich für Umsetzung: Planer

Die Maßnahmen zur Außenhautsicherung (siehe M 1.55 Perimeterschutz) und Zutrittskontrolle können durch den Einsatz von Videotechnik ergänzt werden. Videoüberwachungsanlagen, ob eigenständig oder ergänzend zu anderen Sicherheitstechniken, werden zur Erreichung folgender Schutzziele eingesetzt:

  • Abschreckung
  • Fassadenüberwachung
  • Identifizierung
  • Überwachung
  • Alarmierung
  • Erkennung und Lokalisierung von Gefahren
  • Schadenverhütung
  • Dokumentation und Auswertung von Regelabweichungen

Bei der Planung einer Videoüberwachung ist auf eine konsistente Einbettung in das gesamte Sicherheitskonzept. zu achten. Dies gilt umso mehr, wenn die Überwachungsterminals weit vom zu schützenden Bereich entfernt sind. Eine Videoüberwachung ohne Auswertungs- und Alarmierungsmechanismen macht außer zur Abschreckung keinen Sinn. Die benötigten zentralen Technikkomponenten sind in geeigneter Umgebung aufzustellen und zu schützen. Sie sollten, falls vorhanden, an eine zuverlässige Stromversorgung mit USV-Pufferung und Netzersatzanlage angeschlossen werden. Die Funktionsfähigkeit der Videoüberwachungsanlage sollte regelmäßig überprüft werden.

Videoüberwachung kann eine sehr wirksame Unterstützung eines Pförtnerdienstes (siehe M 1.17 Pförtnerdienst) sein. Eine Vielzahl von Abläufen lässt sich durch Einsatz geeigneter Kameratechnik von der Pforte aus überwachen und auch steuern:

  • Kameras (meist Schwenk-/Neige-Zoomkameras) können zur Verifikation von Alarmzuständen anderer Systeme (z. B. Einbruchmeldeanlage) genutzt werden. So lässt sich eine Alarmmeldung beurteilen, ohne den Pförtnerplatz verlassen zu müssen.
  • Kameras können zur Überprüfung einer vorgegeben Identität (Gesichtserkennung, Kennzeichenerkennung) dienen. Auf diese Weise können abgesetzte Zugänge oder Einfahrten von der zentralen Pforte aus überwacht und Türen oder Toren von dort aus für Berechtigte geöffnet werden.
  • Kameras können zur Überprüfung der Personenvereinzelung in Großraumschleusen bei Zutritt zu kritischen Bereichen wie Rechenzentren dienen.
  • Kameras können zur Erkennung von Bewegung oder Änderung einer Situation genutzt werden. Das Kamerabild wird durch eine Detektionssensorik nur aufgeschaltet, wenn die Lage im überwachten Bereich Aufmerksamkeit des Benutzers der Videoanlage erfordert.

Bei der Planung bzw. Installation einer Videoüberwachung sollte der Datenschutzbeauftragte und der Personal- bzw. Betriebsrat hinzugezogen werden.

Prüffragen:

  • Ist die Videoüberwachung konsistent in das Sicherheitskonzept eingebettet?

  • Wird die Funktionsfähigkeit der Videoüberwachungsanlage regelmäßig überprüft?

Stand: 11. EL Stand 2009