Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.48 Brandmeldeanlage im Rechenzentrum

Verantwortlich für Initiierung: Behörden-/Unternehmensleitung

Verantwortlich für Umsetzung: Planer

In einem Rechenzentrum ist, neben der Aufstellung einer speziell auf den IT-Bereich zugeschnittenen Brandschutzordnung sowie von Alarm- und Einsatzplänen, die Installation einer Brandmeldeanlage von größter Wichtigkeit.

Da mehr als 90 % aller Brandschäden in Rechenzentren durch Feuer im Umfeld verursacht werden, empfiehlt es sich, diese Bereiche in die Überwachung durch die Brandmeldeanlage zu integrieren. Zum Einsatz sollten Puls- bzw. Trendmelder (z. B. mit optischem Streulichtprinzip) kommen.

Für die Überwachung der IT-Bereiche ist mindestens dann, wenn ein sehr hoher Schutzbedarf in Bezug auf Verfügbarkeit festgestellt wird, zusätzlich zu den Meldern an Decke und gegebenenfalls im Doppelboden eine Anlage zur Brandfrühesterkennung (siehe M 1.54 Brandfrühesterkennung / Löschtechnik empfehlenswert.

Die Identifikation des auslösenden Melders muss möglich sein. Zur Lokalisierung des Brandherdes und der Brandausbreitung ist diese Identifikation der Brandmelder ein besonders wichtiges Hilfsmittel.

Eine empfehlenswerte Mindestkonfiguration einer Brandmeldeanlage in der Infrastruktur besteht aus

  • Rauchmeldern an der Decke und im Doppelboden aller Räume der Elektroversorgung (Verteilungen, USV)
  • Thermomaximal- oder Thermodifferenzmeldern in den Räumen der Netzersatzanlage
  • Rauchmeldern an der Decke und im Doppelboden aller Räume der Klimatechnik
  • Kanalmeldern in den Klimakanälen für Zuluft und Abluft
  • Meldern in der Frischluftansaugung, mit automatischer Sperrung der Frischluft, wenn Störgrößen erkannt werden.

Alle Meldungen der Brandmeldeanlage und auch Störmeldungen sollten auf einer ständig besetzte Stelle, z. B. der Pförtnerloge, auflaufen.

Nach Möglichkeit sollte eine direkte Aufschaltung zur Berufsfeuerwehr erfolgen. Durch die Aufschaltebedingungen der Berufsfeuerwehr werden die weiteren Rahmenbedingungen zum Betrieb der BMA vorgegeben.

Beispiel:

Während einer Besprechung der Leitungsebene eines Rechenzentrums bemerkte ein Teilnehmer, der sich kurz in einem Nebenzimmer aufhielt, zufällig das Entstehen eines Großbrandes in einen nahegelegenen Chemiebetrieb. Sein Hinweis auf den Brand ermöglichte dem Leiter des Rechenzentrums, die Abschaltung der Frischluftzufuhr zu veranlassen. Nur wenige Minuten später wäre der rußige Brandrauch von der Ansaugung, die über keine Detektion verfügte, in die Rechnerräume befördert worden.

Die Funktionsfähigkeit aller Komponenten einer Brandmeldeanlage muss regelmäßig überprüft werden. Auch wenn die Instandhaltung der Brandmeldeanlage über eine Wartungsfirma erfolgt, sollten zwei Mitarbeiter mit den elementaren Grundfunktionen (zumindest mit allen Betriebszuständen und Statusmeldungen) der Anlage vertraut sein und als Ansprechpartner für die Wartungsfirma dienen.

Es sollten sporadisch einige der Melderlinien manuell auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.

Prüffragen:

  • Wird die Funktionsfähigkeit der Brandmeldeanlage regelmäßig überprüft?

  • Gibt es eine speziell auf den IT-Bereich zugeschnittene Brandschutzordnung?

Stand: 11. EL Stand 2009

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