Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.26 Not-Aus-Schalter

Verantwortlich für Initiierung: Leiter Haustechnik, Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Haustechnik

Bei Räumen, wie beispielsweise Server- oder Technikräumen, in denen elektrische Geräte in der Weise betrieben werden, dass z. B. durch deren Abwärme, durch hohe Gerätedichte oder durch Vorhandensein zusätzlicher Brandlasten ein erhöhtes Brandrisiko besteht, ist die Installation eines Not-Aus-Schalters zu erwägen. Da zur Betätigung des Not-Aus-Schalters Personal erforderlich ist, kommt er jedoch nur in solchen Bereichen in Frage, in denen ständig oder meistens Personen anwesend sind. In nicht oder nur sporadisch besetzten Bereichen ist eine Notabschaltung durch eine Brandfrühesterkennung wesentlich effektiver.

Mit Betätigung des Not-Aus-Schalters wird dem Brand eine wesentliche Energiequelle genommen, was bei kleinen oder beginnenden Bränden zu deren Verlöschen führen kann. Zumindest ist aber die Gefahr durch elektrische Spannungen beim Löschen des Feuers beseitigt.

Zu beachten ist, dass unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) nach Ausschalten der externen Stromversorgung die Stromversorgung selbsttätig übernehmen und die angeschlossenen Geräte unter Spannung bleiben. Daher ist bei der Installation eines Not-Aus-Schalters zu beachten, dass auch die USV abgeschaltet und nicht nur von der externen Stromversorgung getrennt wird.

Der Not-Aus-Schalter sollte innerhalb des Raumes neben der Eingangstür (eventuell mit Lagehinweis außen an der Tür) oder außerhalb des Raumes neben der Tür angebracht werden. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass dieser Not-Aus-Schalter auch ohne Gefahr versehentlich oder absichtlich betätigt werden kann. Daher ist der Not-Aus-Schalter mit einer Abdeckung gegen versehentliche Betätigung zu schützen.

Falls ein Not-Aus-Schalter von der Feuerwehr gefordert wird, kann dieser als Feuerwehr-Schlüsselschalter realisiert werden. Damit kann weitestgehend ausgeschlossen werden, dass er versehentlich oder unbefugt vorsätzlich betätigt wird.

Negativbeispiel:

Ein Serverraum einer mittleren Behörde wurde mit circa 10 Servern, 5 Laserdruckern und weiteren Geräten bestückt. Der Raum war nach den Gesichtspunkten des Einbruchschutzes mit entsprechenden Wänden, Fenstern und Türen ausgestattet. Ein Not-Aus-Schalter war nicht vorhanden. Es gab nur zwei Punkte, um diesen Raum gezielt stromlos schalten zu können: die Gebäudehauptverteilung im Keller oder die Verteilung des Raumes. Diese befand sich jedoch an der Wand, die der Eingangstür gegenüberlag, im Brandfalle nahezu unerreichbar.

Prüffragen:

  • Ist für alle Technik- und IT -Räume überprüft worden, ob die Installation eines Not-Aus-Schalters sinnvoll ist?

  • Ist bei der Installation eines Not-Aus-Schalters berücksichtigt, dass bei seiner Betätigung nicht nur die externe Energieversorgung, sondern auch die USV ausgeschaltet wird?

  • Sind alle Not-Aus-Schalter gegen unbeabsichtigte Betätigung geschützt?

Stand: 13. EL Stand 2013

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