Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.21 Ausreichende Trassendimensionierung

Verantwortlich für Initiierung: Haustechnik, Planer, Leiter IT

Verantwortlich für Umsetzung: Haustechnik

Kabeltrassen (z. B. Fußbodenkanäle, Fensterbank-Kanäle, Pritschen, Rohrtrassen im Außenbereich) sind ausreichend zu dimensionieren. Es muss einerseits genügend Platz vorhanden sein, um eventuell notwendige Erweiterungen des Netzes vornehmen zu können. Andererseits sind zur Verhinderung des Übersprechens (gegenseitige Beeinflussung von Kabeln) eventuell Mindestabstände zwischen den Kabeln einzuhalten. Insbesondere ist bei der Nutzung von gemeinsamen Trassen für Energie- und IT-Verkabelung sicherzustellen, dass die Trassen durch einen Mittelsteg getrennt sind. Schon durch eine einfache getrennte Führung von Stromkabeln und IT-Kabeln lassen sich Störungen der IT meist vermeiden.

Ist es nicht möglich, Trassen mit ausreichenden Reserven zu errichten, sollte zumindest darauf geachtet werden, dass im Bereich der Trassenführung genügend Platz ist, um Erweiterungen unterzubringen. Werden Wand- und Deckendurchbrüche in hinreichender Größe ausgelegt, kann auf spätere lärm-, schmutz- und kostenintensive Arbeiten verzichtet werden. Bei Verwendung von nachinstallationsfähigen Brandschotten können Durchbrüche so gerüstet werden, dass der Schutz vor Feuer und Verrauchung stets gewährleistet ist, zugleich die Nachführung von Kabeln aber jederzeit problemlos möglich bleibt.

Zu beachten ist, dass Durchbrüche durch Wände mit einer Feuerwiderstandsklasse nur zu 60 % belegt werden dürfen, um eine wirksame Schottung dieser Öffnungen erreichen zu können. Gegebenenfalls sollten für spätere Erweiterungen bei der Errichtung Durchbrüche vorgesehen und diese vorerst mittels Weichschott oder Brandschutzkissen verschlossen werden.

Wichtig ist, dass die Trassendimensionierung immer im Zusammenhang mit der Auswahl der Kabeltypen geplant werden muss (siehe M 1.20 Auswahl geeigneter Kabeltypen unter physikalisch-mechanischer Sicht und M 5.3 Auswahl geeigneter Kabeltypen unter kommunikationstechnischer Sicht ). Beispielsweise kann durch Verwendung einiger vieladriger Kabel gegenüber vielen kleinen Kabeln Platz eingespart werden. Durch den Einsatz von geschirmten Kabeln oder Lichtwellenleitern kann Übersprechen verhindert werden. So kann auch auf Trassenwegen mit wenig Platz ein störungsfreier Betrieb gewährleistet werden.

Prüffragen:

  • Sind die Kabeltrassen im Hinblick auf mögliche Erweiterungen oder einzuhaltende Mindestabstände ausreichend dimensioniert?

  • Sind IT - und Elektroverkabelung mindestens durch einen Mittelsteg getrennt, besser jedoch auf jeweils eigenen Trassen geführt?

  • Wird bei Wanddurchbrüchen mit einer bestimmten geforderten Feuerwiderstandsklasse die maximale Belegung mit Kabeln eingehalten?

Stand: 13. EL Stand 2013