Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.17 Pförtnerdienst

Verantwortlich für Initiierung: Leiter Innerer Dienst

Verantwortlich für Umsetzung: Innerer Dienst

Die Einrichtung eines Pförtnerdienstes hat weitreichende positive Auswirkungen gegen eine ganze Reihe von Gefährdungen. Voraussetzung ist allerdings, dass bei der Durchführung des Pförtnerdienstes einige Grundprinzipien beachtet werden.

  • Der Pförtner beobachtet bzw. kontrolliert alle Personenbewegungen an der Pforte und an allen anderen Eingängen.
  • Unterstützt durch Videoüberwachung können entfernte Türen und Tore vom Pförtner überwacht und auch gesteuert werden (siehe M 1.53 Videoüberwachung ).
  • Dem Pförtner müssen die Mitarbeiter bekannt sein. Es ist zu empfehlen, dass sich auch bekannte Personen beim Pförtner legitimieren, also z. B. einen Hausausweis vorzeigen. Scheidet ein Mitarbeiter aus der Institution aus oder ändert seine Position innerhalb der Institution, ist auch der Pförtner zu unterrichten, ab wann diesem Mitarbeiter der Einlass zu verwehren ist oder ob sich Zutrittsberechtigungen ändern.
  • Unbekannte Personen ("selbst der neue Chef") haben sich beim Pförtner auszuweisen.
  • In einem Besucherbuch kann der Zutritt von Fremdpersonen zum Gebäude dokumentiert werden. Die Ausgabe von Besucherausweisen oder Besucherbegleitscheinen ist zu erwägen.
  • Besucher werden zu den Besuchten begleitet oder an der Pforte abgeholt. Falls Besucher unbegleitet das Gebäude betreten dürfen, muss vorher verifiziert werden, dass dies ohne Sicherheitsbedenken möglich ist. Die jeweiligen Rahmenbedingungen sind vorab zu dokumentieren. Beispielsweise könnte eine Liste mit vertrauenswürdigen Dauerbesuchern geführt werden, die nach Erhalt eines Besucherausweises das Gebäude ohne Begleitung betreten dürfen.
  • Wenn die Pforte rund um die Uhr besetzt ist, können dort immer oder nur außerhalb der normalen Dienstzeiten Meldungen der alarmierenden und überwachenden Technik auflaufen. Anhand von Alarmlisten zu den Meldungen leitet die Pforte die Meldungen an zuständige Mitarbeiter in Bereitschaft oder zuständige externe Stellen weiter.

Die Arbeitsbedingungen des Pförtners sind für die Aufgabenwahrnehmung geeignet auszugestalten. Die Aufgabenbeschreibung muss verbindlich festschreiben, welche Aufgaben dem Pförtner im Zusammenspiel mit weiteren Schutzmaßnahmen zukommt ( z. B. Gebäudesicherung nach Dienst- oder Geschäftsschluss, Scharfschaltung der Alarmanlage, Kontrolle der Außentüren und Fenster).

Bei der Definition der Aufgaben muss beachtet werden, dass die zugewiesenen Aufgaben keine Sicherheitslücken aufreißen. Wenn eine Pforte mit nur einem Pförtner besetzt ist und dieser keine Möglichkeit hat, die Pforte vorübergehend zu verschließen, so darf er nicht die Anweisung haben oder erhalten, Besucher selbst zu bestimmten Besuchten zu begleiten.

Prüffragen:

  • Sind die Aufgaben des Pförtnerdienstes klar dokumentiert?

  • Müssen sich Mitarbeiter und Besucher beim Pförtner legitimieren?

  • Werden Besucher zu den Besuchten begleitet bzw. an der Pforte abgeholt?

  • Werden die Pförtner rechtzeitig darüber informiert, wenn sich Zutrittsberechtigungen ändern?

Stand: 13. EL Stand 2013