Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.16 Geeignete Standortauswahl

Verantwortlich für Initiierung: Behörden-/Unternehmensleitung

Verantwortlich für Umsetzung: Planer

Bei der Auswahl und Planung des Standortes, an dem ein Gebäude angemietet werden oder entstehen soll, empfiehlt es sich, neben den üblichen Aspekten wie Raumbedarf und Kosten, auch Umfeldgegebenheiten, die Einfluss auf die Informationssicherheit haben, zu berücksichtigen:

  • In Zusammenhang mit Schwächen in der Bausubstanz kann es durch Erschütterungen naher Verkehrswege (Straße, Eisenbahn, U-Bahn) zu Beeinträchtigungen der IT kommen.
  • Gebäude, die direkt an Hauptverkehrstrassen (Eisenbahn, Autobahn, Bundesstraße, Flughafen) liegen, können durch Unfälle beschädigt werden.
  • Die Nähe zu optimalen Verkehrs- und somit Fluchtwegen kann die Durchführung eines Anschlages erleichtern.
  • In der Nähe von Sendeeinrichtungen kann es zu Störungen der IT kommen.
  • In der Nähe von Gewässern und in Niederungen ist mit Hochwasser zu rechnen.
  • In der Nähe von Kraftwerken oder Fabriken kann durch Unfälle oder Betriebsstörungen (Explosion, Austritt schädlicher Stoffe) die Verfügbarkeit des Gebäudes ( z. B. durch Evakuierung oder großräumige Absperrung) beeinträchtigt werden.

Es kann auch möglich sein, Gefährdungen aus der Nachbarschaft z. B. durch passende Anordnung schützenswerter Gebäudeteile zu kompensieren. Dies sollte bei der Auswahl und Planung berücksichtigt werden.

Die standortbedingten Gefährdungen und die erforderlichen schadensvorbeugenden oder -reduzierenden Maßnahmen sollten im Sicherheitskonzept dokumentiert werden. Außerdem sollten sie ins Notfallkonzept einfließen.

Prüffragen:

  • Gibt es eine Übersicht über standortbedingte Gefährdungen?

  • Wird diesen Gefährdungen mit zusätzlichen kompensierenden Maßnahmen begegnet?

Stand: 13. EL Stand 2013