Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.9 Brandabschottung von Trassen

Verantwortlich für Initiierung: Brandschutzbeauftragter, Leiter Haustechnik

Verantwortlich für Umsetzung: Brandschutzbeauftragter, Haustechnik

Elektroleitungen und IT -Verkabelung werden typischerweise in Installationstrassen konzentriert. Es ist oft festzustellen, dass Trassen entlang von Flucht- und Rettungswegen, durch Tiefgaragen, Lager, Werkstätten oder als Transittrassen durch fremde Nutzungsbereiche führen.

Bei Gebäuden mit mehreren Brandabschnitten unterliegt die Ausführung von Elektroleitungen und der IT-Verkabelung brandschutztechnischen Auflagen. Dies betrifft insbesondere Leitungen, die Brandabschnitte, Wände oder Decken durchqueren oder die in Verkehrswegen verlegt wurden. Speziell wenn die Trassen für Brandmelde-, Alarmierungs-, Löschtechnik oder Sicherheitsbeleuchtung genutzt werden, sind zusätzliche Forderungen nach Funktionserhalt von Elektroleitungen im Brandfall einzuhalten. Daher sollte bei der Planung der Trassen in jedem Fall der Brandschutzbeauftragte hinzugezogen werden. Trassen müssen sowohl Brandschutz als auch Schutz gegen Sabotage bieten. Beides lässt sich durch eine fachgerechte Schottung der Trassen erreichen.

Wenn Elektrokabel in erheblicher Packungsdichte im brandschutztechnisch abgetrennten Kabelkanal geführt sind, können größere Temperaturerhöhungen entstehen. Dies kann ein Ansteigen des elektrischen Leitungswiderstandes mit zusätzlicher Erwärmung nach sich ziehen. Abhilfe lässt sich entweder durch eine Leitungsreduktion oder durch eine ausreichende Be- und Entlüftung erreichen. Daher sind die Vorgaben in DIN VDE 0100-520 "Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 5: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel - Kapitel 52: Kabel- und Leitungsanlagen" als deutsche Fassung der IEC 60364-5-52 in Abhängigkeit der Verlegeart zu beachten. Dies liegt im Verantwortungsbereich des Elektrofachplaners.

Die marktüblichen Be- und Entlüftungsmethoden bzw. -techniken z. B. durch Lüftungsbausteine haben den Nachteil, dass sie keinen ausreichenden Schutz vor Sabotagehandlungen bieten. Das bedeutet, dass Leitungen mit hohem oder sehr hohem Schutzbedarf, die durch ungeschützte Bereiche führen, wie z. B. eine Tiefgarage, in dieser Ausführung kaum gegen deliktische Handlungen geschützt sind. Hier sind individuelle Planungsmaßnahmen gefordert. Das kann die ausreichende Dimensionierung des Kanals sein, die eine Belüftung des Kanals im gefährdeten Bereich unnötig macht, oder ein spezielles Belüftungskonzept, das auf die spezifischen Sicherungsanforderungen ausgerichtet ist.

Durchbrüche sind nach Verlegung der Leitungen entsprechend der Feuerwiderstandsklasse der Wand bzw. Decke zu schotten. Um die Nachinstallation zu erleichtern, können geeignete Materialien wie Weichschotts oder Brandschutzkissen bei Maßnahmen mit temporärem Charakter verwendet werden. Entsprechende Normen und Richtlinien, wie die DIN 4102 "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen", sind zu beachten. Kabeltrassen dehnen sich bei Erwärmung z. B. durch Brandeinwirkung aus und können ein Weich- oder Kissenschott zerstören, wenn sie durch Wände geführt werden.

Daher sollten Trassen nicht durch das Schott hindurch geführt werden, sondern beidseitig mindestens 10 cm vor der Wand enden. Diese Praxis erleichtert auch das Ausfächern der Kabel und Leitungen, die nicht als Bündel, sondern einzeln durch das Schott geführt werden müssen.

Häufig werden in einer Trasse unterschiedliche Kabel, z. B. für Telefon, LAN und Haustechnik, geführt. Falls Änderungen der Verkabelung anstehen, sollte bereits in der Planungsphase geklärt werden, ob in absehbarer Zeit auch andere Kabelsysteme ausgewechselt werden sollen. Eine entsprechende Zusammenlegung von Projekten minimiert Ausfallzeiten und erspart zusätzliche Kosten für eine mehrmalige Brandschottung.

Ist die geplante Trassenführung gemäß den brandschutztechnischen Auflagen nicht möglich, so ist eine alternative Trassenführung zu prüfen. Darüber hinaus sollten nach Abschluß der Installationsarbeiten die Brandabschottung in regelmäßigen Abständen, beispielsweise jährlich, kontrolliert werden.

Prüffragen:

  • Werden die brandschutztechnischen Auflagen und Vorschriften bei der Ausführung der Elektro- und IT -Verkabelung eingehalten?

  • Sind alle Durchbrüche nach Verlegung der Leitungen entsprechend der Feuerwiderstandsklasse geschottet?

Stand: 13. EL Stand 2013

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