Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

M 1.5 Galvanische Trennung von Außenleitungen

Verantwortlich für Initiierung: Leiter Haustechnik

Verantwortlich für Umsetzung: Haustechnik

Einige Störungen, die sich nachteilig auf die ordnungsgemäße Funktion der IT und damit negativ auf deren Verfügbarkeit und Integrität auswirken, erfolgen über elektrisch leitende Medien. Besonders relevant sind hier Einkopplungen von Störsignalen unterschiedlichster Herkunft sowie Überspannungen durch Blitz oder Schalthandlungen. Recht wirkungsvoll können diese Störungen dadurch unterbunden werden, wenn Außenleitungen galvanisch getrennt werden und somit der elektrische Ausbreitungsweg der Störung unterbrochen wird, allerdings ist dies nicht immer möglich.

In der normalen Stromversorgung und bei kupferbasierten Datenübertragungen wäre der Einsatz von Trenntransformatoren zwar tatsächlich eine galvanische Trennung. Störende Spannungsspitzen und andere Störsignale würden aber auch eins zu eins übertragen. Einzig die Bandpass-Wirkung eines Transformators würde die Störung ggf. etwas reduzieren.

Aufgrund der Tatsache, dass Trenntransformatoren nur begrenzt wirken und da diese in Datenleitungen in der Regel nicht einsetzbar sind, ist die oben erwähnte galvanische Trennung für die Praxis nicht relevant. Stattdessen lassen sich Risiken, die durch Spannungsspitzen und Überspannungen auf der Energieversorgung und kupferbasierten Datenleitungen entstehen, ausreichend reduzieren, wenn die Maßnahmen des Überspannungsschutzes umgesetzt werden. Nähere Informationen hierzu finden sich in M 1.25 Überspannungsschutz .

Bei Datenleitungen bietet sich die Verwendung von Lichtwellenleitern (LWL) anstelle von Kupferleitungen, mindesten aber die "Unterbrechung" der Kupferleitung durch einen Optokoppler als galvanische Trennung, an.

Sonstige Medienleitungen (Kühlmittel und Kondenswasser einer Kälteversorgung, normale Wasser oder Gasleitungen etc.) müssen natürlich auch betrachtet werden. Ist das geführte Medium selbst elektrisch leitend, also Wasser (auch Hauptbestandteil von Kühlflüssigkeiten), dann ist es kaum zielführend die ansonsten in Kupfer oder Stahl ausgeführte Verrohrung durch Kunststoff zu unterbrechen. Auch hierbei greifen dann nur die einschlägigen Maßnahmen des Überspannungsschutzes.

Einzig bei Gas-Leitungen kann ein nicht-leitendes Rohrstück eine echte galvanische Trennung bewirken. Da aber Gasleitungen grundsätzlich in IT-Bereichen ohnehin nicht verlegt werden sollen, reduziert sich auch die Möglichkeit der Maßnahmen auf den Überspannungsschutz.

Stand: 14. EL Stand 2014