Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 5.75 Überlastung durch eingehende E-Mails

Eine E-Mail-Adresse kann absichtlich blockiert werden, indem andauernd umfangreiche E-Mails (möglicherweise mit sinnlosem Inhalt) zugesandt werden. Dies kann beispielsweise passieren, weil ein Benutzer die Netiquette nicht beachtet hat und sich dadurch unbeliebt gemacht hat oder weil die Institution angegriffen werden soll. Als Netiquette (die Netz-Etiquette) werden die Höflichkeitsregeln bezeichnet, die sich mit der Zeit bei der Nutzung des Internet, insbesondere in den Newsgruppen, eingebürgert haben und deren Einhaltung gewährleisten soll, dass jeder das Internet effizient und zu aller Zufriedenheit benutzen kann.

Durch vorsätzlich erzeugtes hohes Verkehrsaufkommen kann das lokale Mailsystem überlastet werden, so dass es funktionsuntüchtig wird. Dies kann sogar solche Ausmaße annehmen, dass der Provider den Benutzer bzw. dessen ganze Institution vom Netz nimmt.

Ein Mailsystem kann auch überlastet werden, wenn die Mitarbeiter an E-Mail-Kettenbrief-Aktionen teilnehmen. So hat schon Mitte der achtziger Jahre eine Kettenmail-Aktion zu Weihnachten weltweit viele IT -Systeme lahm gelegt. Hierbei erhielten Benutzer eine E-Mail mit Weihnachtsgrüßen und einer ansprechenden Graphik und wurden aufgefordert, diese E-Mail zu kopieren und zehn andere Benutzer weiterleiten.

Mailbomben

Als Mailbomben werden E-Mails bezeichnet, die absichtlich eingebaute Schadfunktionen enthalten. Diese sind üblicherweise in den Anlagen der E-Mail enthalten. Eine solche Anlage erzeugt z. B. beim Aktivieren zum Lesen oder nach dem Auspacken Unmengen von Unterverzeichnissen oder beansprucht sehr viel Festplattenplatz. Vielfach wird auch die gezielte Überlastung von E-Mail-Adressen durch eingehende E-Mails mit meist sinnlosem Inhalt als Mailbombing bezeichnet.

Stand: 12. EL Stand 2011