Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 5.8 Manipulation von Leitungen

Neben dem Abhören von Leitungen (siehe G 5.7 Abhören von Leitungen ) stellen weitere bewusste Manipulationen oder gar die Zerstörung von IT-Leitungen eine Gefahr für die Institution dar. Vor allem die Primärverkabelung größerer Institutionen und Leitungen, welche die IT- oder TK -Anbindungen an einen Provider realisieren, haben oft einen hohen Schutzbedarf in Bezug auf die Verfügbarkeit.

Fehlfunktionen von Leitungen können bewusst und in manipulativer Absicht herbeigeführt werden. Möglich ist dies beispielsweise durch:

  • Vorsätzliches falsches Patchen von Kabeln oder Verbindungen
  • Vorsätzliches falsches Stecken von Kabeln
  • Bewusst herbeigeführte Fehlbedienung bzw. Zerstörung von Kabeln
  • Bewusst herbeigeführte Verletzung vorgegebener Biegeradien bei Glasfaserkabeln
  • Bewusste Verunreinigung von Steckverbindungen ( z. B. optische Übertragungsmedien, Fibre Channel)

Solche Manipulationen verfolgen oftmals das Ziel, den IT-Betrieb zu stören oder finanzielle Schäden für die Institution zu verursachen.

Beispiel:

  • Bei Ausbauarbeiten auf dem Gelände eines großen Unternehmens gelang es Angreifern, im schlecht zutrittsgeschützten Baustellenbereich einen Revisionsschacht zu öffnen. Mit einer Astschere wurde ein Glasfaserbündel der Primärverkabelung zerschnitten. Da damit einige Produktionsgebäude vom IT-Netz abgeschnitten waren, war der Betrieb gestört und teilweise unterbrochen, was einen Schaden in Millionenhöhe verursachte.

Stand: 14. EL Stand 2014