Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 4.62 Verwendung unzureichender Steckdosenleisten

Oft reicht die Zahl fest installierter Steckdosen für die Menge der zu betreibenden Geräte nicht aus. Um diesen Mangel auszugleichen, werden dann typischerweise Steckdosenleisten verwendet. Solche Steckdosenleisten stellen, wenn sie von unzureichender Qualität sind, auf Grund

  • mangelhafter Kontaktierung,
  • zu schwacher Kontaktfedern,
  • fehlender Zugentlastung,
  • eines zu geringem Leitungsquerschnitts,
  • von Überlastung

eine gefährliche Zündquelle und damit eine große Brandgefahr dar.

Werden zusätzlich mehrere kleinere Steckdosenleisten hintereinander geschaltet, um ausreichende Steckplätze für alle Geräte bereitzustellen, steigt die Gefahr durch zu geringen Leitungsquerschnitt und Überlastung weiter an.

Liegen Steckdosenleisten im Fußraum von Arbeitsplätzen, sind sie häufigen mechanischen Belastungen durch Gegentreten, Staubsaugen etc. ausgesetzt. Dadurch können fehlende Zugentlastungen und schwache Kontakte rasch zu Übergangswiderständen, Überhitzungen und schließlich zum Brand führen. Darüber hinaus sind solche frei ausliegenden Steckdosenleisten gefährliche Fußangeln.

Beispiel:

In einer Niederlassung einer Versicherung ereignete sich ein Schwelbrand aufgrund des Defekts einer privat beschafften Steckdosenleiste. Mitarbeiter hatten im Herbst zusätzlich zu PC und Drucker einen Heizlüfter angeschlossen. Als dieses Gerät versehentlich während einer Betriebsversammlung in höchster Stufe weiterlief, verschmorte das Gehäuse der überlasteten Steckdosenleiste.

Stand: 9. EL Stand 2007