Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 4.41 Nicht-Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes

Wie alle Systeme, die keine hundertprozentige Verfügbarkeit gewährleisten, stehen auch Mobilfunknetze nicht immer an den Orten und zu den Zeiten zur Verfügung, zu denen sie am dringendsten benötigt werden.

Häufigste Ursache sind Funklöcher, also Bereiche, die nicht vom eigenen Netzbetreiber versorgt werden. Bei einer sehr großen Nachfrage können aber auch Teile des Netzes überlastet sein. Dies kann dazu führen, dass Nachrichten nicht bzw. verzögert empfangen oder gesendet werden.

Werden Datendienste über das Mobilfunknetz genutzt, können die Übertragungsraten zu niedrig sein. Es gibt bei den Mobilfunkanbietern verschiedene Funknetzstandards mit unterschiedlichen Datenübertragungsraten ( z. B. GPRS , HSDPA , LTE ). So kann es sein, dass zwar das Mobilfunknetz des jeweiligen Anbieters verfügbar ist, aber der schnelle Datendienst über LTE oder HSDPA nicht funktioniert. Dann werden Informationen aus dem Internet nur sehr langsam abgerufen. Anders als bei der Telefonie, wo der Unterschied zwischen einer GSM - oder UMTS -Verbindung kaum auffällt, ist der Qualitätsunterschied bei den Datendiensten erheblich.

Weiterhin kann es Störsender geben, die in einem räumlich abgegrenzten Bereich den Funkbetrieb derart stören, dass dort kein Mobilfunkempfang möglich ist. Es gibt auch Geräte, die genau für diesen Zweck verkauft werden. Allerdings ist der Betrieb solcher Geräte in Deutschland nicht zulässig.

Defekte elektrische Geräte können Funkverbindungen ebenfalls stören.

Beispiele:

Die Funkkapazität einer Sendestation reicht nicht, wenn nach einem großen Unfall sehr viele Personen gleichzeitig ein Mobiltelefonat führen wollen, um Rettungsdienste zu benachrichtigen oder ihre Angehörigen zu informieren.

Stand: 14. EL Stand 2014