Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 4.2 Ausfall interner Versorgungsnetze

Es gibt in einem Gebäude eine Vielzahl von Netzen, die der Ver- und Entsorgung und somit als Basis für alle Geschäftsprozesse einer Institution einschließlich der IT dienen. Der Ausfall von Versorgungsnetzen wie:

  • Strom,
  • Telefon und
  • Kühlung

kann eine Vielzahl von Aufgaben beeinträchtigen. Ein solcher Ausfall kann aber auch zu einer sofortigen Störung des IT-Betriebs führen. Demgegenüber kann es bei Ausfall in den Bereichen:

  • Heizung bzw. Lüftung,
  • Wasser,
  • Löschwasserspeisungen,
  • Abwasser,
  • Rohrpost,
  • Gas,
  • Melde- und Steueranlagen (Einbruch, Brand, Hausleittechnik) und
  • Sprechanlagen

unter Umständen zu zeitverzögerten Störungen kommen.

Die Netze sind in unterschiedlich starker Weise voneinander abhängig, so dass sich Betriebsstörungen in jedem einzelnen Netz auch auf andere auswirken können.

Beispiele:

  • Der Ausfall der Stromversorgung wirkt nicht nur auf die IT direkt, sondern auch auf alle anderen Netze, die mit elektrisch betriebener Steuer- und Regeltechnik ausgestattet sind. Selbst in Abwasserleitungen sind unter Umständen elektrische Hebepumpen vorhanden.
  • Der Ausfall der Wasserversorgung beeinträchtigt eventuell die Funktion von Klimaanlagen.
  • Ein länger anhaltender Stromausfall führte im Backup-Rechenzentrum eines Hosting-Dienstleisters zum Totalausfall mehrerer Speichersysteme. Ursache war, dass die Klimatechnik nicht an die Netzersatzversorgung (NEA) angeschlossen war und keine adäquate Fernüberwachung der versorgenden Technik des RZ aufgebaut war. So liefen die IT-Systeme über NEA-Versorgung ohne Kühlluftkreislauf weiter. Mehrere hundert Festplatten mussten so als Totalschaden ausgetauscht werden.

Stand: 11. EL Stand 2009