Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 3.66 Fehlerhafte Zeichensatzkonvertierung beim Einsatz von z/OS

EBCDIC (Extended BinaryCoded Decimals Interchange Code) und ASCII (American Standard Code for Information Interchange) sind Kodierungstabellen, die festlegen, wie Buchstaben, Ziffern und andere Zeichen mit Hilfe von 8 bzw. 7 Bits dargestellt werden.

z/OS-Systeme arbeiten mit EBCDIC-Code. Lediglich HFS- und zFS-Dateisysteme (Hierarchical File Systems), die unter USS (Unix System Services) eingesetzt werden, lassen sowohl ASCII - als auch EBCDIC-Speicherung zu. Beim Datenaustausch zwischen z/OS-Systemen und Systemen, die mit ASCII-Code arbeiten (z. B. auch von USS nach MVS), besteht die Gefahr, dass Informationen verfälscht werden, wenn fehlerhafte Übersetzungstabellen (Code Page Translation) zum Einsatz kommen. Besonders häufig betroffen ist dabei die Übersetzung von Sonderzeichen.

Beispiele:

  • In einem Unternehmen wurden zwischen verschiedenen OS/390- und z/OS-Systemen über einen längeren Zeitraum mittels FTP-Protokoll Daten übertragen, ohne dass es zu Problemen kam. Für ein zusätzliches Unix-System wurde der gleiche FTP-Job eingesetzt und die EBCDIC-ASCII-Übersetzung mit der Default-Tabelle durchgeführt. Der Transfer verlief zunächst ohne Probleme, bei der weiteren Verarbeitung der Datensätze im Unix-System zeigte sich jedoch, dass bestimmte Umlaute und Sonderzeichen nicht richtig übersetzt worden waren. Erst nach der Erstellung einer speziellen Translation Table, die nur für diesen Transfer zum Einsatz kam, war der Fehler bereinigt.
  • Bei der Übertragung einer Datei mittels FTP-Protokoll von einem z/OS-Betriebssystem zu einem Unix-Betriebssystem wurde die Option Binary verwendet. Die Daten konnten auf dem Zielsystem nicht weiterverarbeitet werden, da die Option Binary die Konvertierung von EBCDIC nach ASCII unterdrückt.

Stand: Stand 2005