Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 2.88 Störung des Betriebsklimas durch ein Outsourcing-Vorhaben

Outsourcing-Vorhaben haben je nach Art und Umfang nicht nur Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse, sondern auch auf das Personal innerhalb eines Unternehmens oder einer Behörde. Dabei sind neben den vom Auftraggeber erwarteten Positiveffekten aus Sicht der Arbeitnehmer jedoch auch negative Effekte möglich. Beispiele dafür sind:

  • Im Outsourcing-Bereich kann es zu einem Stellenabbau und damit verbunden zu Versetzungen oder Kündigungen von Mitarbeitern kommen.
  • Durch die Auslagerung von Geschäftsvorfällen werden gewohnte Arbeitsprozesse geändert.
  • Vor, während oder nach der Einführung eines Outsourcing-Vorhabens kann es zu hohen Arbeitsbelastungen kommen.
  • Durch die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern eines Outsourcing-Dienstleisters oder externen Beratern kann es erforderlich sein, dass einzelne Mitarbeiter Kompetenzen und Zuständigkeiten abgeben müssen. Genauso kann sich aber auch ergeben, dass Mitarbeiter neue Zuständigkeiten übernehmen müssen und sich dadurch überfordert fühlen.
  • Durch Umstrukturierungen im Zusammenhang mit einem Outsourcing-Vorhaben kann es auch dazu kommen, dass Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln müssen ( z. B. Übergang zu einer Tochterfirma oder Übernahme durch den Outsourcing-Dienstleister). Dabei kann der Mitarbeiter auch dazu gezwungen sein, schlechtere Bedingungen zu akzeptieren oder dies zumindest so empfinden.

Durch diese oder ähnlich Veränderungen kann das Betriebsklima nachhaltig gestört werden. Mögliche Gefährdungspotenziale sind unter anderem:

  • Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter können Racheakte verüben.
  • Die Mitarbeiter sind schlecht motiviert und vernachlässigen unabsichtlich oder mutwillig Pflichten, insbesondere Sicherheitsmaßnahmen.
  • Know-how-Träger (wie beispielsweise IT -Leiter und Administratoren) können während der Einführungsphase kündigen. In Folge könnte dadurch das Outsourcing-Vorhaben nicht bedarfsgerecht oder gar nicht umgesetzt werden, was wiederum existenzbedrohend sein kann. Oftmals ist der Outsourcing-Dienstleister sogar darauf angewiesen, dass die entscheidenden Know-how-Träger geordnet zu ihm wechseln.

Stand: Stand 2005

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