Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

G 2.75 Mangelnde Kapazität von Archivdatenträgern

Eine falsche Einschätzung des Datenaufkommens bei der Archivierung kann dazu führen, dass zu kleine Archivmedien verwendet werden und daher die Archivierung unvollständig oder verzögert erfolgt.

Bei der Abschätzung des benötigten Datenvolumens wird häufig nur die erwartete maximale Größe der zu speichernden Dokumente als einzige Einflussgröße zugrundegelegt. Tatsächlich jedoch kann der Speicherbedarf bei Archivsystemen ein Vielfaches davon betragen, da hierbei auch die Art der Datenablage sowie die Änderungshäufigkeit von Dokumenten einen wesentlichen Einfluss haben.

Bei einer Archivierung auf WORM-Medien (Write Once Read Multiple) werden beispielsweise die Dokumente zwangsläufig in mehreren Versionen abgelegt, d. h. nach jeder Änderung wird ein neues Dokument gespeichert. Dadurch kann sich auch bei kleinen Dokumenten mit hoher Änderungsfrequenz ein hohes Datenvolumen ergeben. Alte Versionen der Dokumente können nachträglich nicht mehr vom Archivmedium gelöscht werden. Neben Kapazitätsengpässen kann dies auch zu Datenschutz- oder Vertraulichkeitsproblemen führen, da Daten nur als "zu löschen" markiert, aber nicht tatsächlich gelöscht werden.

Stand: Stand 2005