Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

B 2.6 Raum für technische Infrastruktur

Logo Raum für technische Infrastruktur

Beschreibung

In Räumen für technische Infrastruktur sind in der Regel solche Geräte und Einrichtungen untergebracht, die keine oder nur eine seltene Bedienung durch einen Menschen benötigen. In der Regel wird es sich um Verteiler interner Versorgungsnetze handeln (z. B. Postkabeleingangsraum, Hochspannungsübergaberaum, Mittelspannungsübergaberaum, Niederspannungshauptverteiler). Eventuell werden in diesen Räumen auch die Sicherungen der Elektroversorgung untergebracht. Auch die Aufstellung sonstiger Geräte (USV, Sternkoppler, etc.) ist vorstellbar. Selbst ein Netzserver kann, wenn er keinen eigenen Raum hat (Baustein B 2.4 Serverraum ), hier untergebracht sein.

Gefährdungslage

Für den IT-Grundschutz eines Raums für technische Infrastruktur werden folgende typische Gefährdungen angenommen:

Höhere Gewalt

G 1.4 Feuer
G 1.5 Wasser
G 1.7 Unzulässige Temperatur und Luftfeuchte

Organisatorische Mängel

G 2.1 Fehlende oder unzureichende Regelungen
G 2.6 Unbefugter Zutritt zu schutzbedürftigen Räumen

Technisches Versagen

G 4.1 Ausfall der Stromversorgung
G 4.2 Ausfall interner Versorgungsnetze
G 4.6 Spannungsschwankungen/Überspannung/Unterspannung

Vorsätzliche Handlungen

G 5.1 Manipulation oder Zerstörung von Geräten oder Zubehör
G 5.3 Unbefugtes Eindringen in ein Gebäude
G 5.4 Diebstahl
G 5.5 Vandalismus

Maßnahmenempfehlungen

Um den betrachteten Informationsverbund abzusichern, müssen zusätzlich zu diesem Baustein noch weitere Bausteine umgesetzt werden, gemäß den Ergebnissen der Modellierung nach IT-Grundschutz.

Für Infrastrukturräume sind eine Reihe von Maßnahmen umzusetzen, beginnend mit der Planung bis hin zum laufenden Betrieb. Die Schritte, die dabei durchlaufen werden sollten, sowie die Maßnahmen, die in den jeweiligen Schritten beachtet werden sollten, sind im folgenden aufgeführt.

Planung und Konzeption

Bei der Planung von Infrastrukturräumen ist durch eine Reihe von Maßnahmen zur Installation der Stromversorgung, einer eventuell notwendigen Klimatisierung und zum Brandschutz dafür zu sorgen, dass eine hinreichende physische Sicherheit bereitgestellt wird. Dazu gehört auch, dass nach

Möglichkeit keine wasserführenden Leitungen in einem solchen, meist unbesetzten, Raum vorhanden sein sollten, da Undichtigkeiten größere Schäden bis hin zum Ausfall des gesamten Informationsverbundes verursachen können. Bei erhöhten Sicherheitsanforderungen sollten Infrastrukturräume darüber hinaus durch besonders gesicherte Türen und Fenster auch gegen gewaltsames Eindringen geschützt werden, da sie oft bevorzugte Angriffsziele darstellen.

Umsetzung

Nur diejenigen Personen, die mit den entsprechenden technischen Wartungsaufgaben betraut sind, sollten Zutritt zu einem Infrastrukturraum erhalten, und ein Rauchverbot sollte dort selbstverständlich sein.

Betrieb

Räume für die technische Infrastruktur sollten grundsätzlich immer verschlossen sein, wenn die dort aufgestellten Geräte nicht so in Schränken verschlossen sind, dass keine unbefugte Nutzung möglich ist.

Nachfolgend wird das Maßnahmenbündel für den Bereich "Raum für technische Infrastruktur" vorgestellt:

Planung und Konzeption

M 1.3 (A) Angepasste Aufteilung der Stromkreise
M 1.7 (A) Handfeuerlöscher
M 1.10 (Z) Sichere Türen und Fenster
M 1.18 (Z) Gefahrenmeldeanlage
M 1.24 (C) Vermeidung von wasserführenden Leitungen
M 1.26 (Z) Not-Aus-Schalter
M 1.27 (B) Klimatisierung der Technik / in Technikräumen
M 1.31 (Z) Fernanzeige von Störungen

Umsetzung

M 2.17 (A) Zutrittsregelung und -kontrolle
M 2.21 (A) Rauchverbot

Betrieb

M 1.15 (A) Geschlossene Fenster und Türen
M 1.23 (A) Abgeschlossene Türen

Stand: 12. EL Stand 2011

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