Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Frühwarnung

Im Bereich der Meteorologie kann die Frühwarnung auf jahrhundertelange Erfahrung zurückgreifen. Einen derartig konsolidierten Erfahrungsschatz weist die noch sehr junge Disziplin der IT-Frühwarnung, die sich im wesentlichen aus Monitoring-Ansätzen herausbildet, nicht auf. Umso wichtiger ist es, dieses Defizit angesichts der Bedeutung der IT-Systeme – als Garanten geschäftskritischer Prozesse und Komponenten kritischer Infrastrukturen – möglichst schnell aufzuarbeiten.

Weltweit ist man daher bemüht, geeignete Konzepte und Systeme zur IT-Frühwarnung zu entwickeln. Das BSI setzt hier ebenfalls einen Forschungsschwerpunkt: Es projektiert in enger Zusammenarbeit mit akademischen Institutionen und erfahrenen IT-Sicherheitsdienstleistern verschiedene Ansätze, um die IT-Frühwarnung voranzubringen. Dabei wird deutlich, dass sowohl die technische, sensorbasierte Datengewinnung als auch die quellenbasierte Informationsauswertung gleichermaßen vorangetrieben werden müssen.

Weiterhin muss differenziert werden zwischen einer frühen Warnung zentraler Kompetenzstellen, wie beispielsweise dem IT-Lage- und Analysezentrum einerseits und einer frühen Warnung der IT-Sicherheitsverantwortlichen komplexer IT-Systeme oder gar der Endnutzer von IT-Systemen andererseits. Während das IT-Lage- und Analysezentrum anhand von Frühwarninformationen die Bedrohungslage analysiert und den Handlungsbedarf sowie die Reaktionsmöglichkeiten identifiziert, müssen letztere die empfohlenen Gegenmaßnahmen, wie sie zum Beispiel im Warn- und Informationsdienst - WID empfohlen werden, umsetzen.

Dreh- und Angelpunkt vieler Bestrebungen ist die Erkenntnis, dass erst die übergreifende kooperative Auswertung verschiedener Teilsichten den oft so dringend benötigten Gesamtüberblick ermöglicht. So verfolgen die zwei wesentlichen BSI-Projekte im Themenfeld der IT-Frühwarnung,

konsequent diesen Ansatz. Erst die Zusammenführung und Korrelation der verschiedenen Teilaspekte ergeben ein repräsentatives Gesamtbild.

Die besondere Herausforderung, der sich alle Lösungsansätze im Bereich der IT-Frühwarnung stellen müssen, ist die Definition von Kenngrößen, die die gemessenen Zustände beschreiben und Handlungsbedarf signalisieren. Hierfür gilt es eine breite Basis empirischer Erkenntnisse zu schaffen, um die Beobachtungen und Messungen korrekt bewerten zu können.

Das Ziel der IT-Frühwarnung lautet: "Früh erkennen, früh warnen, Handlungsspielraum verschaffen!"

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