Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Nanotechnologie

Nanotechnologie ist derzeit in aller Munde. Es wird prognostiziert, dass sie neben der Mikro-, Medizin-, Bio- und Informationstechnik ein Innovationsmotor für die ersten Jahrzehnte des neuen Jahrtausends ist. Ihr wird eine ähnlich bedeutende Entwicklung vorhergesagt, wie sie die Informationstechnik nach der Erfindung des Transistors und der Herstellung integrierter Schaltkreise durchlaufen hat.
Kennzeichnend für die Nanotechnologie ist, dass sie weniger eine Basistechnologie im klassischen Sinne mit einer eindeutig abgrenzbaren Definition ist, sondern vielmehr eine neue interdisziplinäre Herangehensweise für weitere Fortschritte in der Physik, Chemie, Biologie, Elektronik, Optik oder bei neuen Materialien. Insgesamt zielen Erkenntnisse und Ergebnisse der Nanotechnologie in diesen Feldern nicht auf den Ersatz bereits erreichter Anwendungen, sondern befördern Produkte zu höherer Funktionalität.

Die fortschreitende Entwicklung zur Miniaturisierung von Mikrosystemkomponenten durch immer perfektere Fertigungsverfahren erfordert neue Methoden, die nur mit Hilfe der Nanowissenschaften in absehbarer Zukunft gelöst werden können.
Die Mikrosystemtechnik revolutioniert noch heute unseren Alltag; sie umfasst Methoden zum Entwerfen, Herstellen und Anwenden von Systemen mit unterschiedlichen Wirkprinzipien (elektrische, magnetische, mechanische, thermische, optische, chemische, biologische und fluidische) einschließlich der dafür notwendigen Informationsverarbeitung.
In der Automobil-, Medizin-, Umwelt- und Kommunikationstechnik, aber auch im Maschinenbau oder im privaten Bereich bieten sich für diese Technologie viele Anwendungsfelder. Ihr industrieller Nutzen zeigt sich heute in Form von Airbagsystemen über mikrooptische Systeme für DVD-Player bis hin zum Druckkopf im Tintenstrahldrucker oder Schreib-Leseköpfe für Festplattenspeicher. Sie erschloss in weniger als zehn Jahren einen Milliardenmarkt und übt eine technisch – wirtschaftliche Hebelwirkung in vielen Bereichen aus.

Bereits heute beeinflusst die Nanotechnologie eine Vielzahl von Produkten vor allem in den Bereichen Elektronik/Datenspeicherung, funktionelle Schichten und PräzisionsoptikenIm Jahr 2010 wird mit einem Marktvolumen der Nanotechnologie von 1 Billion US-Dollar gerechnet.
Diese enorme Bedeutung der Nanotechnologie als Basisinnovation und Querschnittstechnologie mit hoher volkswirtschaftlicher Relevanz wurde vor einigen Jahren durch zahlreiche Wirtschaftsfachleute und Politiker zunehmend erkannt.
So wurden bereits im 6. EU-Forschungsrahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklungen im Bereich der Nanotechnologie 150 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt. Für das kommende 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (2007-2013) plant die Kommission den Nanowissenschaften/ -technologien für den gesamten Zeitraum ca. 4.8 Mrd. € bereitzustellen. Auch in Deutschland wird mit dem Programm "Neue Impulse für Innovation und Wachstum" (2006-2009) die Wichtigkeit der Nanotechnologie weiter hervorgehoben.
Hier ergeben sich entscheidende Innovationspotentiale, die es zu nutzen gilt, um die Position der deutschen Industrie langfristig zu sichern. In Zeiten der sich verändernden Märkte und zunehmender weltweiter Konkurrenz liegt der Schlüssel zum Erfolg und damit zur Sicherung von Hightech-Arbeitsplätzen in Deutschland mehr denn je in der Entwicklung und dem Einsatz von innovativen Technologien, wie die der Nanotechnologie.

Mit der vorliegenden Studie soll ein Überblick über den aktuellen Stand der Nanotechnologie gegeben werden, wobei ein Schwerpunkt das Gebiet der Nanoelektronik mit ihren Einflüssen auf die zukünftige Gestaltung der Informationstechnologie einnimmt.
Über die Darstellung der Technologie hinaus werden aber auch neue Anwendungen, die die Nanotechnologie erst ermöglicht, aufgezeigt und, soweit heute schon erkennbar, auf mögliche Sicherheitsrisiken hingewiesen.
Somit richtet sich die Studie insbesondere an technisch interessierte Personen, die sich sowohl einen Überblick über die Chancen und Einsatzpotentiale der Nanotechnologie als auch ihrer potentiellen Risiken verschaffen wollen.

Bonn, im Januar 2007

Dr. Udo Helmbrecht

Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik

Download des Berichtes (PDF ca. 5 MB)

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK