Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

BioP I

Untersuchung der Leistungsfähigkeit von Gesichtserkennungssystemen zum geplanten Einsatz in Lichtbilddokumenten

Das Projekt BioP I wurde unter der Gesamtprojektleitung des BSI gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) durchgeführt und durch die Firma secunet Security Networks AG als Auftragnehmer des BSI im Zeitraum von Januar bis August 2003 in Wiesbaden mit Mitarbeitern des BKA als Testteilnehmer realisiert.

Die Untersuchung biometrischer Gesichtserkennungsverfahren im Rahmen dieses Projekts diente dazu, Aussagen zur Leistungsfähigkeit der zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf dem Markt verfügbaren Gesichtserkennungssysteme bezüglich verschiedener Aspekte zu treffen und daraus Erkenntnisse für eine Verwendung von Gesichtserkennung im Zusammenhang mit Personaldokumenten zu gewinnen. Anstoß hierfür waren insbesondere die Empfehlungen der ICAO (International Civil Aviation Organization) zur Erweiterung von Reisedokumenten um biometrische Merkmale, die hier grundsätzlich den Einsatz von Gesichtserkennung als das biometrische Merkmal für globale Interoperabilität vorgibt. Entsprechend der Änderungen der US-amerikanischen Grenz- und Einreisekontrollvorschriften hat der Einsatz biometrischer Verfahren zur Verbesserung der Identitätsprüfung von Ausweisinhabern neben den bislang bereits angestoßenen Aktivitäten in Deutschland verstärkt an Bedeutung gewonnen.

Im Rahmen von BioP I wurden Gesichtserkennungssysteme zweier verschiedener Hersteller im Verifikationsmodus (1:1) getestet, wobei eines dieser Systeme mehrere Gesichtserkennungsalgorithmen verschiedener Anbieter parallel bereitstellte. Die Entscheidung für diese Systeme wurde auf Basis eines im Vorfeld durchgeführten Auswahltests getroffen.

Mit der getroffenen Systemauswahl waren folgende Vergleiche möglich:

  • Vergleich zweier Komplettsysteme
  • Vergleich verschiedener Algorithmen innerhalb eines Komplettsystems
  • Vergleich eines Algorithmus innerhalb zweier Komplettsysteme

Darüber hinaus wurden im Hinblick auf die vielfältigen Lichtbilder mehrere Referenzbasen untersucht, um Aussagen darüber zu treffen, ob und mit welchen Ergebnissen die getesteten Systeme Lichtbilder unterschiedlichster Art und Qualität in einem Verifikationsprozess verarbeiten können. Schließlich wurden die Testteilnehmer nach ihrer Einschätzung zu Biometrie allgemein, zur Gesichtserkennung im Besonderen und zu den konkret verwendeten Systemen in der Benutzung befragt.

BioP I - Untersuchung der Leistungsfähigkeit von Gesichtserkennungssystemen zum geplanten Einsatz in Lichtbilddokumenten (PDF, 2MB, Datei ist nicht barrierefrei)