Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Unbefugte Veröffentlichung von persönlichen Daten und Dokumenten im Internet

Ort Bonn
Datum 04.01.2019

Am 4. Januar 2019 ist die Veröffentlichung hunderter gestohlener Datensätze von Prominenten und Politikern einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Analyse hierzu eingeleitet. Die zentrale Fallbearbeitung der Bundesbehörden wird durch das im BSI angesiedelte Nationale Cyber-Abwehrzentrum koordiniert.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden über den Kurznachrichtendienst Twitter seit Anfang Dezember persönliche Daten einzelner Betroffener veröffentlicht. Seit dem 20.12.2018 wurden in mehreren Schritten eine Vielzahl an Dokumenten und persönlicher Kommunikation von früheren und aktuellen Politikern aller föderaler Ebenen auf unterschiedlichen Download-Plattformen öffentlich zugänglich gemacht. Die veröffentlichten Informationen sind überwiegend privater und persönlicher Natur. In Einzelfällen wurden aber auch Kommunikationsinhalte mit vermeintlich internen Dokumenten von Parteien veröffentlicht. Inwieweit die veröffentlichten Dokumente authentisch sind, kann derzeit noch nicht abschließend bewertet werden.

Bislang ist nicht bekannt, aus welchen Quellen diese Datensätze stammen. Ob die Daten aus einem einzelnen Angriff auf einen zentralen Dienst oder aus mehreren Angriffen auf unterschiedliche Dienstleister oder private Kommunikation stammen, wird gegenwärtig geprüft. Es gibt derzeit keine Hinweise auf einen erfolgreichen Cyber-Angriff auf die Regierungsnetze.

Dazu erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm: "Persönliche Online-Accounts von Funktionsträgern und öffentlichen Persönlichkeiten sind seit jeher interessante Ziele für Cyber-Angriffe mit unterschiedlicher Motivation. Wir sehen hier sehr deutlich, dass die Informationssicherheit weiter ausgebaut werden muss."

Das BSI ist zuständig für den operativen Schutz der Regierungsnetze. Für die Absicherung parteilicher oder privater Kommunikation von Mandatsträgern kann das BSI beratend tätig werden.

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