Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

BSI-Stellungnahme zu Medienberichten über AV-Software

Ort Bonn
Datum 11.10.2017

Medien berichten derzeit über mögliche Aktivitäten russischer Hacker, die mithilfe von Kaspersky-Software US-amerikanische Behörden ausspioniert haben sollen.

Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass der Vorgang wie im Medienbericht beschrieben stattfand. Das BSI steht in Kontakt mit den amerikanischen Partnerbehörden.

Eine Warnung des BSI vor dem Einsatz von Kaspersky-Produkten ist derzeit nicht vorgesehen, da dem BSI keine Belege für ein Fehlverhalten des Unternehmens oder Schwachstellen in der Software vorliegen.

Antiviren-Programmen kommt nach wie vor eine bedeutsame Rolle in der Absicherung von IT-Systemen zu. Um diesen Schutz realisieren zu können, haben AV-Programme in der Regel Vollzugriff auf alle auf dem Rechner gespeicherten Daten.

Diese weitreichenden Zugriffsmöglichkeiten sind notwendig, um auch gut versteckte Schadsoftware zu entdecken. Das erfordert jedoch auch, dass die AV-Software selbst fehlerfrei sein muss und keine Schwachstellen enthalten darf, die es einem Angreifer ermöglichen, über die AV-Software in fremde Rechner einzudringen.

Behörden der Bundesverwaltung können zur Ausstattung mit Schutzprogrammen für Clients und Server auf einen Rahmenvertrag zurückgreifen, der vom Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums (BMI) ausgeschrieben wurde. Der Zuschlag wurde zum 1. August 2016 der CANCOM online GmbH erteilt, die mit dem Hersteller Trend Micro zusammenarbeitet. Das BSI setzt im Bereich der technischen Analyse auch Produkte von Kaspersky ein.

Das BSI steht in engem Austausch mit weiteren Sicherheitsbehörden, beobachtet und analysiert den Sachverhalt, so dass das BSI bei Erfordernis kurzfristig entsprechend informieren und gegebenenfalls warnen kann.

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