Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Opfer von Cyberkriminalität setzen bewusst auf Sicherheit

Ergebnisse der Online-Umfrage 2016: Internetnutzer zeigen mehr Sicherheitsbewusstsein und zeigen Straftaten eher bei der Polizei an

Ort Stuttgart / Bonn
Datum 16.11.2016

Wie schützen sich Nutzer im Internet? Wie viele erstatten Anzeige bei der Polizei, wenn sie Opfer werden? Und gibt es Anwendungen, auf die Nutzer ganz verzichten? Diese und weitere Fragen stellten die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bei einer Online-Umfrage den Besucherinnen und Besuchern ihrer Webseiten. Die beiden Partner wollten wissen, wie kompetent Bürgerinnen und Bürger mit den Gefahren des digitalen Alltags umgehen. Positives Ergebnis: 72,97 Prozent der Opfer von Cybercrime setzen danach auf mehr Sicherheit im Internet. Auf höheren technischen Schutz achten 47,76 Prozent.

Sicherheit bei der Nutzung des Internets und verschiedener Dienste spielt für die meisten Befragten eine sehr wichtige Rolle: Über 85 Prozent gaben das in der Online-Umfrage an. Beim Online-Banking achten sogar 86,3 Prozent auf die Sicherheit, bei Downloads 82,75 Prozent und beim Surfen im Netz an sich sind es 82,25 Prozent. Aber auch bei der Kommunikation (80,41 Prozent) oder beim Einkaufen im Netz (79,13 Prozent) wird Sicherheit nicht vernachlässigt. Ganz anders ist dies bei sozialen Netzwerken: Nur 35,14 Prozent der Befragten halten Sicherheit dabei für wichtig. Am wenigsten achten die Befragten (26,91 Prozent) auf die Sicherheit bei der Nutzung von vernetzten Heimgeräten.

Aufgrund des hohen Stellenwerts von Sicherheit bei der allgemeinen Internetnutzung setzen die meisten Befragten auch gängige Sicherheitsempfehlungen um. Ein aktuelles Antiviren-Programm ist für 92,13 Prozent Pflicht, auf eine sichere Verbindung bei der Datenübertragung achten 86,46 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten (58,88 Prozent) legt regelmäßig Sicherheitskopien an, die beispielsweise beim Befall eines Gerätes mit Schadprogrammen wie Ransomware notwendig sind, um das System wiederherzustellen. Der Verzicht auf bestimmte Tätigkeiten im Internet ist für manche Umfrageteilnehmende ebenfalls eine Schutzmöglichkeit. 32,46 Prozent nutzen keine sozialen Netzwerke, 13,91 Prozent verzichten auf Online-Banking und 6,28 Prozent kaufen nicht im Internet ein.

Von den 492 Personen, die angegeben haben Opfer von Cybercrime geworden zu sein, haben 22,97 Anzeige bei der Polizei erstattet. Im Vorjahr 2015 waren es nur 15,6 Prozent. "Die gestiegene Anzeigenbereitschaft ist für uns besonders wichtig", sagt Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). "Wir werten dieses Ergebnis auch als Erfolg unserer bisherigen Aufklärungsarbeit über Straftaten im Internet und Cybercrime. Aber wir sehen auch Handlungsbedarf, beispielsweise bei der Information über Gefahren durch miteinander vernetzte Heimgeräte."

"Nutzer greifen oft auf gängige Schutzmaßnahmen zurück, die sie ohne viel Aufwand umsetzen können, beispielsweise auf ein aktuelles Virenschutzprogramm oder das automatische Einspielen von Updates", sagt Arne Schönbohm, Präsident des BSI. "Nachholbedarf besteht bei Schutzmaßnahmen, die beim Einrichten etwas mehr Aufwand erfordern, etwa das Verschlüsseln von E-Mails oder das Surfen über ein virtuelles privates Netzwerk, kurz VPN. Sie steigern den Schutz von Gerät und Daten erheblich. Wir müssen weiter über die Wirksamkeit dieser Maßnahmen aufklären und uns gleichzeitig für einfach handhabbare Lösungen einsetzen."

Weitere Ergebnisse der Online-Umfrage der Polizei und des BSI 2016

  • 1639 Teilnehmer (männlich: 77,18 Prozent, weiblich: 22,82 Prozent).
  • 46,67 Prozent setzen aktuelle Sicherheitsempfehlungen sofort um, bei 18,61 Prozent laufen Updates automatisch über das System.
  • 868 Befragte sind überzeugt, sie könnten eine mögliche Straftat im Internet erkennen.
  • Von den 492 Personen, die Opfer von Internetkriminalität geworden sind, haben sich 22,97 Prozent an die Polizei gewandt.

Die Ergebnisse der Umfrage 2015 finden Sie hier online.

Die Online-Umfrage anlässlich des Europäischen Monats der Cyber-Sicherheit im Oktober sollte die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren – und zu einem verbesserten Informationsangebot der beiden Partner beitragen.

Grafik: Wie schützen Sie sich vor Gefahren im Internet? Rund 92 Prozent nutzen ein Antivirenprogramm, über 86 Prozent achten auf sichere Verbindungen (https) und über 82 Prozent installieren Updates sofort. Umfrage BSI ProPK Grafik Schutzmaßnahmen Grafik Umfrage: Wie schützen Sie sich vor Gefahren im Internet? Quelle: BSI / ProPK

Grafik: Wie reagieren Opfer auf Cyberkriminalität? 65 Prozent helfen sich selbst, etwa 23 Prozent erstatten Anzeige bei der Polizei. Umfrage BSI ProPK Grafik Opfer Grafik: Wie reagieren Opfer auf Cyberkriminalität? Quelle: BSI / ProPK

Grafik: Wie reagieren Internetnutzer in verdächtigen Situationen? Über 83 Prozent verlassen die betreffende Internetseite oder löschen die E-Mail. Grafik Umfrage BSI ProPK verdächtige Situation Grafik: Wie reagieren Internetnutzer in verdächtigen Situationen? Quelle: BSI / ProPK

Grafik: Wie nützlich sind unsere Tipps zu möglichen Straftaten im Internet? Über 25 Prozent antworteten mit "sehr nützlich", über 45 Prozent mit "eher nützlich". Grafik Umfrage BSI ProPK Tipps zum Erkennen von Straftaten Grafik: Wie nützlich sind unsere Tipps zu möglichen Straftaten im Internet? Quelle: BSI / ProPK

Profil Programm Polizeiliche Kriminalprävention

Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufzuklären. Dies geschieht unter anderem durch kriminalpräventive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und Konzepten, welche die örtlichen Polizeidienststellen und andere Einrichtungen z.B. Schulen in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.

Profil Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist der zentrale IT-Sicherheitsdienstleister der Bundesregierung. In dieser Funktion gestaltet das BSI die IT-Sicherheit in der Bundesverwaltung operativ mit. Als neutrale und unabhängige Stelle befasst sich das BSI mit allen Fragen zur IT-Sicherheit in der Informationsgesellschaft. Insbesondere die Sensibilisierung und Aufklärung von Bürgern, die Kooperation mit der Wirtschaft und Wissenschaft bilden hierbei Arbeitsschwerpunkte. Ziel der Arbeit ist der sichere Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik in unserer Gesellschaft.

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