Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Studie: Brennstoffqualität bei Netzersatzanlagen oft nicht ausreichend

Ort Bonn
Datum 06.03.2015

Zahlreiche Netzersatzanlagen sind im Bedarfsfall nicht betriebsbereit, weil die Lagerfähigkeit des Brennstoffs nicht ausreicht. Insbesondere trifft dies auf Anlagen zu, die mit Diesel betrieben werden. Dies hat eine Studie zur Brennstoffqualität in Netzersatzanlagen ergeben, die im Auftrag des Bundesministeriums des Innern unter Beteiligung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vom Institut für Wärme und Oeltechnik e.V. durchgeführt wurde. Um vor diesem Hintergrund die Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur zu gewährleisten, empfiehlt das BSI Betreibern von Netzersatzanlagen eine Überprüfung des Tankinhalts und im Bedarfsfall den Austausch des Brennstoffs.

Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland derzeit ca. 9.000 Netzersatzanlagen betrieben werden, um im Falle eines Ausfalls der Stromversorgung die Funktionsfähigkeit elektrisch betriebener Systeme aufrecht erhalten zu können. Ein Teil dieser Anlagen wird mit Dieselkraftstoff gemäß Norm DIN EN 590 betrieben. Dieselkraftstoff enthält auf Grund gesetzlicher Vorgaben (Biokraftstoffquotengesetz, BioKraftQuG) seit dem 1. Januar 2007 einen Biokraftstoffanteil (FAME-Anteil) von bis zu 7 Prozent. Die DIN EN 590 verlangt eine Lagerstabilität für Dieselkraftstoff von 90 Tagen, was für die Nutzung in Kraftfahrzeugen ausreichend ist. Bei Netzersatzanlagen verbleibt der Kraftstoff in der Regel jedoch über viele Jahre hinweg im Tank, bevor er verbraucht wird. Hat die lange Lagerdauer dem vor 2007 vertriebenen Diesel ohne FAME-Anteil nichts ausgemacht, so kann die Gebrauchsfähigkeit von Dieselkraftstoff mit FAME-Anteil schon nach rund 90 Tagen sehr stark bis hin zur Unbrauchbarkeit abnehmen.

Hieraus leitet das BSI zur Sicherstellung der Verfügbarkeit elektrischer Anlagen folgende Handlungsempfehlungen ab:

  • Für die Betankung von Netzersatzanlagen sollte ausschließlich speziell additiviertes, schwefelarmes Heizöl nach DIN 51603-1 verwendet werden. Liegt für die Netzersatzanlage noch keine Freigabe des Motorenherstellers für den reinen Heizölbetrieb vor, so sollte diese beim Hersteller erwirkt werden.
  • Es darf nur ein Additiv verwendet werden, das explizit für schwefelarmes Heizöl in Netzersatzanlagen abgestimmt ist.
  • Zur Sicherung der Brennstoffqualität – unabhängig von der Brennstoffart – sollte diese in regelmäßigen Abständen, mindestens alle 12 Monate, überprüft und bewertet werden. Bei allen noch nicht untersuchten Tankinhalten ist eine sofortige Analyse angeraten.

Eine Zusammenfassung der Studie, einschließlich aller Handlungsempfehlungen, sowie die Studie selbst stehen auf der Website des BSI zum Download zur Verfügung.

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