Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

BSI-Umfrage: Mehrheit der Deutschen setzt sich im Urlaub erhöhten IT-Sicherheitsrisiken aus

Datum 11.07.2016

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass sich viele Deutsche im Urlaub erhöhten Cyber-Risiken wie Phishing, Datendiebstahl und -missbrauch aussetzen. Einfallstor für Cyber-Kriminelle und Schadprogramme sind dabei oftmals öffentliche WLAN-Netze, deren Sicherheitsniveau in der Regel dem Nutzer unbekannt ist. Rund 58,5 Prozent aller Urlauber nutzen solche frei zugänglichen Verbindungen, so das Ergebnis einer TNS Infratest Umfrage, die vom BSI in Auftrag gegeben wurde.

Besonders die Gruppe der 16- bis 24-Jährigen scheint auch im Urlaub nicht auf das Internet verzichten zu können und ist in den meisten Bereichen der Internetnutzung Spitzenreiter. Mit 73,9 Prozent besonders rege, nutzt diese Gruppe die zumeist kostenlosen WLAN-Angebote in Hotels, Restaurants oder an anderen öffentlichen Plätzen – auch um das eigene mobile Datenvolumen zu schonen oder Roamingkosten zu vermeiden. Nur 25,2 Prozent greifen auf Datenroaming zurück, ein ähnlicher Anteil von 26 Prozent surft an öffentlichen PCs in Internet-Cafés oder der Hotel-Lobby. In der Altersklasse zwischen 55 und 64 ist die Nutzung öffentlicher WLANs auf Reisen mit 44,5 Prozent am wenigsten verbreitet. Das BSI empfiehlt, sich vor dem Einloggen in ein öffentliches WLAN möglichst über das Sicherheitsniveau des Hotspots zu erkundigen. Auch wenn das öffentliche Netzwerk verschlüsselt oder passwortgeschützt ist, bleibt für den Nutzer stets offen, wer zum Beispiel Zugang zu dem Router hat und dort Einstellungen vornehmen oder ändern kann.

"Natürlich möchten viele Menschen auch unterwegs und im Urlaub nicht auf den Komfort des Internet verzichten", so Arne Schönbohm, Präsident des BSI. "Aber anstatt an die IT-Sicherheit zu denken, werden lieber Datenvolumen und Roamingkosten gespart. Damit Datenklau oder -missbrauch nicht die Urlaubserinnerungen verderben, sollten Urlauber wenige Tipps beachten, mit denen sie Sicherheitsrisiken im Internet minimieren."

Vorsicht vor Datenklau im offenen WLAN und Internetcafé
In der Befragung gaben zudem 20 Prozent aller Befragten an, dass sie im Internet-Café oder an den Internet-Terminals der Hotel-Lobby im Internet surfen – 7,8 Prozent verhalten sich besonders leichtsinnig, indem sie an diesen öffentlich zugänglichen Internet-Terminals auch ihre Online-Banking-Geschäfte erledigen. Darauf sollte laut BSI vollständig verzichtet werden: Vertrauliche Daten wie Bank- und Kreditkartendaten sollten niemals an öffentlich zugänglichen Rechnern eingegeben werden, da die Möglichkeiten zum Diebstahl dieser Daten, durch beispielsweise nicht aktualisierte Virenschutzsoftware, eine fehlende Firewall oder bereits auf dem Rechner vorhandene Schadsoftware besonders gegeben sind. Rund 22,5 Prozent der Befragten nutzen Daten-Roaming, 22,4 Prozent gaben an, im Urlaub komplett „offline“ zu sein und ganz ohne Internet auszukommen.

Die 16- bis 24-jährigen Internetnutzer teilen im Urlaub besonders gerne Fotos in sozialen Netzwerken (35,5 %), während die Gesamtheit aller Befragten hier mit 22,1 Prozent deutlich zurückhaltender ist. Online veröffentlichte Urlaubsbilder können hilfreiche Hinweise für Einbrecher sein, daher sollten Nutzer sozialer Netzwerke vor dem Veröffentlichen ihrer Fotos dort ihre Einstellungen zur Privatsphäre überprüfen. 17,5 Prozent aller Befragten erledigen im Urlaub praktische Dinge wie die Buchung von Ausflügen und Tickets vor Ort über das Internet. Unter den Befragten, die dies tun, sind 72,2 Prozent Nutzer öffentlicher WLAN-Hotspots. Falls es unvermeidbar ist, dass persönliche Daten über ein fremdes WLAN-Netz eingegeben oder abgerufen werden, sollte dies nur über eine SSL gesicherte Verbindung (z.B. https) geschehen.

Informationen zur Befragung
Für die repräsentative Untersuchung führte das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Mitte Juni 2016 eine Online-Befragung mit 1.029 Teilnehmern durch.

Die Grafik zum Gesamtergebnis der BSI-Umfrage können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen.